Tagespflege ist Thema beim Bezirksparteitag der Senioren Union

Von: Gudrun Klinkhammer
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Staatssekretär Karl-Josef Laumann sprach beim Bezirksparteitag der Senioren Union vor vollem Saal. Foto: Gudrun Klinkhammer

Niederau. Einen Appell an die Menschlichkeit richteten die Redner, die auf Schloss Burgau vor rund 250 Zuhörern zum Mikrofon griffen. Zum Bezirksparteitag der Senioren Union hielt Karl-Josef Laumann (CDU) die Festansprache unter der Überschrift „Herausforderungen der Pflege und der Kommunalpolitik in einer alternden Gesellschaft“.

Laumann ist Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege. Der ehemalige NRW-Gesundheitsminister stellte klar: „Wir müssen schauen: Wer pflegt? Denn Geld alleine pflegt nicht!“

Laumann nannte Fakten: 1,6 Millionen Menschen bräuchten in Deutschland jeden Tag pflegende Hilfe. 50 Prozent der Menschen würden zu Hause versorgt und lebten meist allein. Da die Zahl der Hochbetagten ständig zunehme, fragte Laumann: „Wie schaffen wir Strukturen, damit diese Menschen von der mittleren, vollberufstätigen Generation, betreut werden können?“ Ebenso, wie Strukturen für kleine Kinder geschaffen worden seien, müssten ähnlich passende Modelle für Familien her, in denen alte Menschen leben. Die Tagespflege spiele dabei eine immer tragendere Rolle. „Viele wünschen sich eine Tagespflege, nicht für jeden Tag, aber für zwei bis drei Mal die Woche“, erklärte der 58-Jährige.

Er appellierte an die Mitglieder der Senioren Union, sich mit den Pflegediensten vor Ort diesbezüglich an einen Tisch zu setzen. Laumann: „Überall muss Tagespflege entstehen, und zwar mitten in den Orten, wo alte Menschen sind, die am Rollator gehen, und nicht außerhalb in Industriegebieten, wo möglicherweise die Grundstücke und Immobilien günstig zu haben sind.“ Auch dürfe die Tagespflegeeinrichtung nicht zu klein sein, 20 Plätze wären wünschenswert.

Damit könnten die Angebote differenziert werden und für jede Alters- und Gesundheitsstufe sei dadurch ein Angebot gegeben. Aufzuwerten sei der Beruf des Pflegers, forderte der Staatssekretär. 700.000 Fachkräfte pflegen in Deutschland ambulant, 500.000 in Einrichtungen. Aufgrund des demografischen Wandels würden pro Jahr rund 20.000 weitere Pflegekräfte benötigt.

Was angeglichen werden müsse, sei die Möglichkeit der kostenlosen Ausbildung. In sechs von 16 Bundesländern müssen die Schüler die Ausbildung bezahlen, das könne nicht angehen. Die Entwicklung der Gesellschaft spiegelt sich auch in der Senioren Union wider. Gehörten dem Bezirksverband noch vor zehn Jahren 450 Mitglieder an, sind es inzwischen 610. Wolfgang Gunia, der Vorsitzende der Senioren Union im Kreis Düren, beschrieb, wie aktiv und bildungsfreudig die Senioren sind.

Weitere Redner waren Staatssekretär Thomas Rachel, Landrat Wolfgang Spelthahn und Dürens Bürgermeister Paul Larue.

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