Tagebau: Schwerste Hangrutschung seit 25 Jahren?

Von: cl
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Die Kante im Tagebau Inden brach auf einer Breite von gut 200 Metern ab: 450.000 Kubikmeter Erde sind abgerutscht. Foto: Volker Uerlings

Merken. Der Böschungs-Erdrutsch im Tagebau Inden in Höhe von Schophoven ist für Josef Bellartz, Vorsitzender der IG Merken, nicht dazu geeignet, Panikmache zu betreiben. Natürlich stelle man sich in Merken, wo das steilste Ufer des künftigen Tagebaurestsees entstehen wird, nach dem Vorfall vom Wochenende erneut die Frage nach der eigenen Sicherheit.

Er gehe aber davon aus, dass die Situation im Tagebau, wo 450.000 Kubikmeter Erdreich abrutschten, sich von der künftigen in Merken deutlich unterscheidet.

Mit Sorge betrachte man in Merken allerdings die Informationspolitik des Tagebaubetreibers. Er habe nicht den Eindruck, dass RWE Power großes Interesse daran hat, die Bevölkerung über mögliche Sicherheitsrisiken umfassend zu informieren, sagt Bellartz.

Dies habe sich nun erneut bestätigt, denn der Tagebaubetreiber hätte aus seiner Sicht von sich aus über den Erdrutsch und die Ursachen Auskunft geben müssen. Der Vorfall wurde allerdings erst auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.

„So bleibt das ungute Gefühl, dass RWE etwas zu verbergen hat”, sagt Bellartz. Und sollte sich die Information bestätigen, dass am Tag vor dem Erdrutsch noch Archäologen an der Abbruchkante gearbeitet haben, sei das ein Zeichen dafür, dass der Vorfall doch unerwarteter kam, als man jetzt zuzugeben bereit ist. Dies habe den Merkenern wieder gezeigt, was man von Sicherheitsversprechen des Tagebaubetreibers halten kann.

Unterdessen hat der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer Konsequenzen aus der „schwersten Hangrutschung in einem rheinischen Braunkohletagebau seit 25 Jahren” gefordert.

„Bis die Ursachen und Begleitumstände geklärt sind, muss der Betrieb im Tagebau Inden gestoppt werden”, sagte Krischer. Die Verharmlosung des Vorfalls durch den Leiter des Tagebau sei inakzeptabel. Das Unglück zeige, dass im Hinblick auf die Standsicherheit von Tagebauböschungen sehr wohl Handlungsbedarf bestehe.
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