Tagebau Hambach: Massiver Eingriff, aber auch Millionen neuer Bäume

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Vorbei an einem Schaufelradbagger führt die Tour durch den Tagebau auf die Sophienhöhe. Foto: ja

Niederzier. Die Ausmaße im Tagebau Hambach sind gigantisch. Unter seinem 85 Quadratkilometer großen Abbaufeld lagern 2,5 Milliarden Tonnen Braunkohle, die mit den größten Schaufelradbaggern der Welt noch bis 2045 aus bis zu 450 Metern Tiefe gefördert werden. 220 Meter lang, 96 Meter hoch und 13.500 Tonnen schwer können die stählernen Riesen täglich bis zu 240.000 Kubikmeter Kohle oder Abraum bewegen.

Wer die Giganten einmal aus nächster Nähe sehen möchte, ist auf der 3. Etappe der DZ-Sommertour genau richtig. Sie führt am Dienstag, 6. August, 9 bis 13 Uhr, in den Tagebau Hambach. Die Tour richtet sich aber ebenso an Naturliebhaber, denn nach einer etwa einstündigen Fahrt durch den Tagebau, vorbei an einem der riesigen Schaufelradbagger, steht die Rekultivierung im Mittelpunkt. Oberforstrat Dr. Nils Redde, der bei Tagebaubetreiber RWE Power die Rekultivierungsprojekte leitet, steht bei einem zwei- bis zweieinhalbstündigen Spaziergang über die Sophienhöhe Rede und Antwort zu allen Fragen rund um Flora und Fauna. Eine entsprechende Fitness sollten die Teilnehmer berücksichtigen, geeignetes Schuhwerk nicht vergessen.

Seit Ende der 70er Jahre sind auf der 200 Meter hohen Sophienhöhe, der Abraumhalde des Tagebaus Hambach, bereits mehr als zehn Millionen Bäume angepflanzt worden. Dabei greifen die Förster vor allem auf die auch in der natürlichen Landschaft dominierenden Buchen und Eichen zurück. Mit den heimischen Mischbaumarten Winterlinde, Hainbuche, Kirsche, Esche und Ahorn nehmen sie einen Großteil der Fläche ein.

Etwa fünf Prozent sind Wiesen und Weiden, während auf dem verbleibenden Rest der Fläche schnellwachsende Douglasien und Roteichen angebaut werden. Im Laufe der Jahre ist die künstliche Sophienhöhe zu einem einzigartigen Biotop mit einer großen Tier- und Pflanzenvielfalt geworden, die Wanderer jedes Jahr auf neuen Wegen auch entlang von Seen erkunden können. Dr. Nils Redde wird die Grundideen der Rekultivierung vor Ort anhand zahlreicher Beispiele erklären.

Die Rekultivierung bei RWE Power wird wissenschaftlich mit einer eigenen Forschungsstelle begleitet.

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