Niederzier - Tagebau Hambach: Luftreinhalteplan bis Herbst fertig

Tagebau Hambach: Luftreinhalteplan bis Herbst fertig

Von: Jörg Abels
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Mit verstärktem Einsatz von Wasserdüsen hat RWE Power den Feinstauaustrag aus dem Tagebau halbiert. Trotzdem werden die Grenzwerte weiter überschritten. Jetzt kommt ein Luftreinhalteplan. Foto: Abels

Niederzier. Die 2005 im „Aktionsplan für die Umgebung des Tagebaus Hambach” vereinbarten Maßnahmen gegen Feinstaub reichen nicht aus. 2010 wurde der Grenzwert an der Messstation Niederzier an 41 Tagen überschritten, 2011 an 46 Tagen. Erlaubt sind 35.

Und auch in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres wurden bereits 15 Tage registriert, an denen die Feinstaubmengen in der Atemlauf über den tolerierten Werten liegen.

Die Bezirksregierung Köln wird deshalb bis zum Herbst einen Luftreinhalteplan mit weiteren Maßnahmen aufstellen. Einen vom BUND geforderten Luftreinhalteplan für das gesamte Rheinische Braunkohlerevier wird es nicht geben. Zu unterschiedlich seien die Ausgangssituationen an den drei Tagebauen, hieß es bei einer Projektgruppensitzung in Köln.

Nach der aktuellen Verursacheranalyse des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) ist die regionale Hintergrundbelastung in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben. Das LANUV hat aber auch festgestellt, dass sich die Zusatzbelastung durch den Tagebau Hambach halbiert hat.

Nicht erfolglos

Das heißt: Die von RWE Power in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen waren nicht erfolglos. Im Bereich des Kohlebunkers sorgen umfunktionierte Schneekanonen dafür, dass sich Feinstaubpartikel absetzen, Fahrzeuge und Wege im Tagebau werden ebenso permanent gereinigt wie die Transportbänder im Bereich des Bandsammelpunktes und der stationären Bandstraßen.

Gegenüber der Bezirksregierung hat RWE Power nun zugesagt, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Beispielsweise ist geplant, die sogenannte „Untergurtbedüsung auf alle Bandstraßen auszuweiten”, erklärte Sprecher Manfred Lang am Donnerstag auf Nachfrage. RWE denkt auch über eine eigene Wetterstation nach, um noch schneller auf sich ändernde Wetterverhältnisse reagieren und die Gegenmaßnahmen noch effizienter einsetzen zu können. Darüber hinaus soll ausgelotet werden, wie die Partikel im Winter besser gebunden werden können, wenn bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes die einfache Wasserbenebelung nicht mehr möglich ist.

Aber auch die Kommunen im Umfeld des Tagebaus sind gefordert. Peter Schmitz, der als zuständiger Fachbereichsleiter für die Gemeinde Niederzier an der Projektgruppensitzung in Köln teilnahm, denkt dabei zum Beispiel an die privaten Hausbesitzer, die über einen Holzkamin verfügen. Mit Unterstützung des Bezirksschornsteinfegers sollen sie über Wege der Feinstaubvermeidung informiert werden. Mit einem verbessertes ÖPNV-Konzept, aber auch mit weiteren Radwege könnten Autofahrer animiert werden, aufs eigene Auto zu verzichten.

Der Entwurf des Luftreinhalteplans soll bis zum Sommer erstellt und anschließend veröffentlicht werden.
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