Tagebau Hambach: 40 Millionen Tonnen Kohle gefördert

Von: Jörg Abels
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Derzeit entsteht bei Ellen für 25 Millionen Euro ein Lössbunker. Foto: Abels
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Die acht Schaufelradbagger haben 2016 rund 216 Millionen Kubikmeter Abraum und 40 Millionen Tonnen Braunkohle bewegt. Derzeit entsteht bei Ellen für 25 Millionen Euro ein Lössbunker. Foto: Abels
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Tagebauleiter Thomas Körber. Foto: Abels

Niederzier. Die Zahlen sind wie immer gewaltig: Im Tagebau Hambach wurden im vergangenen Jahr 216 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt, um 40 Millionen Tonnen Braunkohle zu fördern, Tendenz steigend. Denn mit der fortschreitenden Tiefe – das Kohleflöz liegt mittlerweile mehr als 400 Meter unter der Erdoberfläche – wächst die Abraummasse 2017 weiter an: auf 228 Millionen Kubikmeter.

Und wie Tagebauleiter Thomas Körber erklärt, sollen 2017 sogar 41 Millionen Tonnen Kohle gefördert werden, um die Stromversorgung in Deutschland zu garantieren. Nach RWE-Angaben sichert der Tagebau Hambach mit seinen aktuell rund 1300 eigenen und 500 Mitarbeitern von Subunternehmen durchschnittlich etwa fünf Prozent der deutschen Energieversorgung.

Vor allem in der Winterzeit war der Tagebau gefordert. In den Zeiten, in denen Sonnen- und Windenergie nahezu komplett ausfielen, lieferte er bis zu 130 000 Tonnen täglich. „Wir haben trotz widriger Wetterbedingungen den hohen Bedarf der Kraftwerke zuverlässig decken können“, betont Körber.

Im vergangenen Jahr wurden auf der mittlerweile rund 1500 Hektar großen Sophienhöhe weitere zehn Kilometer Wanderwege freigegeben. Das Wegenetz umfasst nunmehr über 110 Kilometer. Es bietet Einblicke in einen artenreichen Lebensraum. 840 Tier- und 773 Pflanzenarten haben die Rekultivierungsexperten des Unternehmens auf der Sophienhöhe bereits nachgewiesen.

Neben der forstwirtschaftlichen Rekultivierung gewinnt in den kommenden Jahren aber die Wiederherstellung von landwirtschaftlicher Fläche an Bedeutung. Ab Frühjahr/Sommer 2018 werden sukzessive 1000 Hektar Ackerland neu angelegt. Der Schwerpunkt liegt im nordöstlichen Bereich der Sophienhöhe bei Elsdorf, ein anderer Teil am Rande der überhöhten Innenkippe bei Niederzier. Weil es im Tagebau Hambach selbst an fruchtbarem Lössboden mangelt, wird der Bedarf aus dem Tagebau Garzweiler gedeckt.

Dazu investiert RWE Power zurzeit rund 40 Millionen Euro, davon allein 25 Millionen im Tagebau Hambach. Der Lössboden wird in Zukunft über die RWE-eigene Eisenbahn von Garzweiler bis Hambach transportiert. Dazu werden fünf 190 Meter lange Abraumzüge eingesetzt, von denen jeder so viel Mutterboden aufnehmen kann wie 85 Lkw. Aktuell entsteht parallel zum Kohlebunker bei Ellen ein Lössbunker, der mit zwei Weichen ans bestehende Schienenetz angeschlossen wird.

Dazu wird eine 260 Meter lange Brücke gebaut, die auf 58 bis zu 30 Meter tief in den Boden reichenden Betonpfeilern ruht, erklärt Projektleiter Andreas Vollmer. In einem ersten Schritt wird der Bunker unter der Brücke acht Meter tief ausgebaut, in einem zweiten zwölf Meter tief. Die Züge werden ab 2018 über die Brücke fahren und automatisch entladen.

Anfangs wird der Löss per Lkw durch den Tagebau zu den neuen Ackerflächen transportiert, später per Bandstraße, die mit einem noch zu bauenden Bagger beladen wird. Ab 2018 sollen anfangs 300 000 Kubikmeter Löss umgeschlagen werden, ab 2020 mehr als eine Million Kubikmeter im Jahr, kündigt Körber an.

2017 investiert das Unternehmen auch wieder Millionen in die Instandhaltung und technische Aufrüstung der Großgeräte im Tagebau, rund zehn Millionen Euro fließen allein in den Kampf gegen Feinstaub, dem sich 15 Mitarbeiter widmen. Lag der Anteil des Tagebaus an der Feinstaubbelastung bei Inkrafttreten des Luftreinhalteplans Hambach 2012 noch bei 20 Prozent, „so ist der Anteil seitdem auf zwölf Prozent gesunken“, betont Körber. 

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