Tag der offenen Tür: In der Musikschule lernen Jung und Alt

Von: Anke Holgersson
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Das Querflöten-Ensemble Seitenwind (von links nach rechts): Marlis Luft (54 Jahre), Silke Gutbier (49), Angelika Heuser (66), Hannah Zeller (12) , Roswitha Lennartz (52), Katharina Wolff (14) und Ensembleleiterin Birgit Bergk (48). Foto: Anke Holgersson

Düren. „Es ist nie zu spät, ein Instrument zu lernen.“ Davon ist Andrea Nolte, Leiterin der Dürener Musikschule, überzeugt. Zurzeit sind es 30 bis 40 erwachsene Schüler ab circa 40 Jahren, die in der Musikschule der Stadt an Blas-, Streich- oder Tasteninstrumenten unterrichtet werden.

Bei einer Gesamtzahl von 1800 Musikschülern in Kursen, die von der Früherziehung bis zu Orchesterproben reichen, klingt das verschwindend gering. Dennoch ist in den vergangenen Jahren ein deutlicher Trend bei denjenigen zu erkennen, die sich nicht als Kinder oder Jugendliche, sondern viel später für ein Instrument entscheiden. So wie die Mitglieder des Querflötenensembles Seitenwind, die am Samstag im Rahmen des Tages der offenen Tür der Musikschule ab 15 Uhr ein Konzert geben.

Roswitha Lennartz entdeckte mit ihrer damals sechsjährigen Tochter die Liebe zur Querflöte. Angelika Heuser beschloss dagegen erst, als ihre Tochter in die Oberstufe kam: „Jetzt tue ich was für mich.“ Das war und ist auch Beweggrund für Silke Gutbier, immer dran zu bleiben am Instrumentenspiel. So ganz aufgehört hat sie nie damit, „aus Freude“ zu spielen. „Wobei,“ sagt sie und schaut dabei ihre Querflöte fragend an, „jeden Tag geübt haben wir nicht, oder?“ Marlis Luft dagegen hatte als Kind Unterricht, spielte 30 Jahre nicht mehr und wurde erst im vergangenen Jahr im Rahmen eines Workshops an der Musikschule wieder neugierig auf ihr Instrument von damals, die Querflöte.

Dass sich immer mehr Menschen zutrauen, ihre musikalischen Ziele auch später im Leben zu verwirklichen, birgt viele Vorteile, weiß Andrea Nolte: „Als Erwachsener ist man gelassener, hat mehr Lebenserfahrung, man muss nichts mehr beweisen. Der Erfüllungsfaktor, die Freude, steht im Vordergrund.“

Birgit Bergk, Leiterin des Ensembles „Seitenwind“, ergänzt mit Blick auf die Praxis: „Ein Vorteil ist auch, dass die Lern-Atmosphäre bei den Erwachsenen ruhiger ist, konzentrierter“.

Dass heute etwa zehnmal mehr erwachsene Schüler als noch 2005 an der Musikschule lernen, liegt auch daran, dass durch den demografischen Wandel und die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Ganztags-Schulformen, mehr Plätze frei werden für die Nachfrage der Älteren.

„Am schönsten ist es aber sowieso, wenn Jugendliche und Erwachsene zusammenspielen,“ sagt Andrea Nolte. Das Ensemble „Seitenwind“ macht es vor: Auch hier gibt es Verstärkung durch die beiden jungen Frauen Hannah Zeller und Katharina Wolff.

Weiterer Querflöten-Zuwachs sei jederzeit willkommen bestätigen alle Musikerinnen unisono.

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