Tag der Bahnhofsmission: Eine Anlaufstelle für Viele

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Fünf ehrenamtliche und zwei hauptamtliche Kräfte betreuen in der Dürener Bahnhofsmission bis zu 30 Gäste am Tag. Rechts Yvonne Voßen, die seit zwei Jahren zum Team gehört. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Wenn Yvonne Voßen am Samstag um 10 Uhr die Tür zur Bahnhofsmission am Gleis 1 aufschließt, könnte es sein, dass sie viele neue Gesichter sieht. Dabei kennt sie ihre Gäste, weil viele regelmäßig auf einen Kaffee das Angebot der Bahnhofsmission nutzen. Am Samstag ist der „Tag der Bahnhofsmissionen“.

Von 10 bis 14 Uhr informieren die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter am Dürener Bahnhof über ihre Arbeit und bieten auch eine kleine Tombola an, deren Erlös der Arbeit der Bahnhofsmission zu Gute kommt.

Yvonne Voßen gehört seit zwei Jahren als hauptamtliche Mitarbeiterin zum Team. Die 35-Jährige wurde von der Jobcom vermittelt. „Ich bin da so reingestolpert und konnte mir anfangs auch gar nicht richtig vorstellen, was da auf mich zukommt“, erinnert sie sich. „Ich arbeite gerne mit Menschen und habe keinerlei Berührungsängste“, ergänzt sie noch – die perfekte Voraussetzung für ihren Einsatz. Nach zwei Jahren sagt Yvonne Voßen Sätze, die man heute gar nicht mehr so oft hört: „Mir macht die Arbeit hier wirklich Spaß. Ich würde das ewig machen.“ Und das bei gleichzeitig gestiegener Belastung.

Als Yvonne Voß vor zwei Jahren angefangen hat, kümmerte sich die Bahnhofmission täglich im Schnitt um 15 Gäste – heute sind es in Spitzenzeiten 30 Personen am Tag. Dabei sind die Aufgaben äußerst vielfältig. Natürlich gibt es viele Reisende, die sich auf einen Kaffee in die Bahnhofsmission setzen. „Wir haben zum Beispiel einen Studenten, der hier morgens beim Kaffee Hausaufgaben macht, bevor er mit dem Zug zur Uni fährt“, erzählt Yvonne Voßen.

In vielen Fällen geht es aber auch um konkrete Hilfen. Zum Beispiel bei der Betreuung von Reisenden, die Hilfe beim Umsteigen brauchen, ihr Gepäck nicht tragen können. In Düren sind es insbesondere auch viele blinde Fahrgäste, die die Hilfe der zwei haupt- und fünf ehrenamtlichen Mitarbeiter in Anspruch nehmen.

Betrieben wird die Bahnhofsmission von In Via – der katholischen Mädchen- und Sozialarbeit. „In der Bahnhofsmission liegen unsere Wurzeln“, erläutert InVia-Geschäftsführer York Sommereisen. Vor mehr als 100 Jahren wurden die Missionen gegründet, um Mädchen, die es in die Großstädte zog, zu unterstützen. „Heute hat sich das Spektrum unserer Arbeit natürlich sehr verändert. Oft ist die Bahnhofsmission nur der erste Anlaufpunkt“, berichtet Sommereisen.

Eine Einschätzung, die Yvonne Voßen bestätigen kann: „Zu uns kommen auch Obdachlose. Da geht es manchmal nur darum, einen Schlafplatz zu organisieren, ein Mittagessen oder einen Ort, an dem sie Duschen können.“ Die Abwechslung reizt Yvonne Voßen an ihrer Arbeit. Sie hat es mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun. Und nicht immer geht es um Hilfestellungen. „Jeden morgen kommt zum Beispiel ein Rentner bei uns vorbei. Der hilft uns dann auch schon mal beim Zubereiten des Frühstücks.“

Von 8 bis 12 Uhr ist die Bahnhofsmission montags bis freitags geöffnet. Die Ausweitung der Öffnungszeiten ist bisher daran gescheitert, dass nicht genügend Ehrenamtler zur Verfügung stehen. Wie viel Spaß Yvonne Voßen die Arbeit macht, wird auch an ganz anderer Stelle deutlich. Stellt man ihr die Frage, was sie sich denn für ihren Job oder die Bahnhofsmission wünschen würde, muss sie ein bisschen überlegen. „Neue Möbel, vor allem Stühle“, antwortet sie. Klingt nach einem sehr bescheidenen Wunsch.

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