Kreis Düren - Tabuthema Aids: „Sex und Tod - eine schlechte Themen-Kombination“

Tabuthema Aids: „Sex und Tod - eine schlechte Themen-Kombination“

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Aufklärung am Welt-Aids-Tag: Nicole Savelsberg und Dominik Schramm. Foto: smb

Kreis Düren. „Sex und Tod – diese beiden Themen sind eine schlechte Kombination“, sagt Nicole Savelsberg. Wenn es um Aids geht, müsse jedoch genau über diese beiden Themen gesprochen werden.

Nicole Savelsberg ist beim Kreis Düren zuständig für die Aids-Beratung. Den gestrigen Tag hat sie, wie jeden 1. Dezember in den vergangenen Jahren, auf dem Weihnachtsmarkt verbracht, um das Thema Aids „aus dem Dunkelraum zu holen“, in dem es auch heute noch, trotz 18 Jahren Welt-Aids-Tag, steckt. Und um Spenden für HIV-infizierte Menschen zu sammeln, die im Kreis Düren in armen Verhältnissen leben. Nicole Savelsberg will mit ihrer Arbeit aber auch ein gesellschaftliches Klima schaffen, das HIV-Infizierten tolerant und menschlich begegnet.

Jährlich suchen 300 bis 350 Menschen im Kreis Düren die Aids-Beratung auf. Nicole Savelsberg berät Menschen, die sich bereits mit dem Virus infiziert haben, und Menschen, die abklären wollen, ob sie sich angesteckt haben.

„Die vier Tage, bis das Ergebnis vorliegt, sind vier schlaflose und sehr schwere Tage“, erklärt Dominik Schramm, der sich ebenfalls in der Präventionsarbeit einsetzt. „Wenn die Menschen erfahren, dass sie infiziert sind, dann bricht für sie eine Welt zusammen. Was vorher die Zukunft war, muss umgeschrieben werden“, weiß Nicole Savelsberg. Allerdings habe die Medizin in den vergangenen Jahren viele Fortschritte gemacht.

„Man kann trotz dieser Diagnose alt werden“, betont Nicole Savelsberg. Allerdings hätten die Medikamente, die lebenslang eingenommen werden müssten, teilweise massive Nebenwirkungen. Wichtig sei es, sich gar nicht erst mit dem HI-Virus zu infizieren. Deswegen sei zum Beispiel Jugendarbeiterin Lisa Palm in den Schulen unterwegs, um junge Menschen zu informieren.

Denn Informationsbedarf bestehe nach wie vor. „Die Menschen wissen, wie man sich anstecken kann. Aber sie wissen nicht, wo man sich nicht anstecken kann“, fasst Nicole Savelsberg ihre Erfahrungen zusammen. Einem HIV-positiven Kind die Nase zu putzen, mit einem Aidskranken aus einer Tasse zu trinken – all das sei problemlos möglich.

Aber auch wenn die meisten Menschen wissen, dass das HI-Virus beim ungeschützten Sex übertragen wird, so lasse doch nicht jeder seinem Wissen das entsprechende Handeln folgen. „In leidenschaftlichen Situationen ist das ja auch manchmal schwierig“, sagt Nicole Savelsberg. Deswegen rät sie dazu, stets ein Kondom bei sich zu tragen, um vorbereitet zu sein. „Die Entscheidung fällt vorher. Deswegen ist Prävention so wichtig.“

Viele Fragen

Wem sage ich, dass ich HIV-positiv bin? Was bedeutet das für zukünftige Partnerschaften? Kann ich ein Kind bekommen? Muss ich mich jetzt beruflich verändern? Müssen die Kinder in der Klasse eines aidskranken Kindes informiert werden? Mit diesen und vielen anderen Fragen kommen Ratsuchende zu Nicole Savelsberg. Dann gilt es, Gespräche zu führen und Lösungen zu finden.

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