Syrische Schriftstellerin stellt ihr Buch „Wächter der Lüfte“ vor

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Rosa Yassin Hassan präsentiert am Donnerstag, 21, März, um 19 Uhr ihr neues Buch in der LVR-Klinik in der Meckerstraße in Düren.

Düren. Ein besonderes Ereignis steht am Donnerstag, 21. März, um 19 Uhr im Festsaal der LVR-Klinik Düren bevor. Rosa Yassin Hassan aus Syrien, derzeit Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung in Kreuzau-Langenbroich, liest aus ihrem vor wenigen Tagen erschienenen Buch „Wächter der Lüfte“.

Die Literatin wurde 1974 in Damaskus geboren. Sie studierte Architektur an der Universität von Damaskus. Rosa Yassin Hassan arbeitet für mehrere syrische und arabische Zeitungen und Magazine als freie Journalisten. Sie ist Aktivistin in der Frauenbewegung und Gründungsmitglied in dem Verein „Frauen für Demokratie“. Von ihr erschienen Kurzgeschichten und Romane.

Als Preisträgerin für ihre Kurzgeschichten hat sie sich 1992 und 1993 als Schriftstellerin einen Namen gemacht. 2010 erhielt die engagierte Autorin den Literaturpreis „Beirut 39“. Seit Beginn des syrischen Aufstands berichtet sie über Printmedien und Internet über den Alltag der Menschen in Syrien. Sie veröffentlicht in einem Blog das „Tagebuch der syrischen Revolution“. Auszüge aus dem Tagebuch wurden unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht.

Im Mittelpunkt des aktuellen Romans steht Anat Ismail, eine junge Syrerin, die für die kanadische Botschaft in Interviews mit Flüchtlingen aus unterschiedlichen Teilen des Nahen Ostens und Nordafrikas dolmetscht. Sie lernt Dschawad kennen, der, kaum dass die beiden ein Paar geworden sind, verhaftet wird und als politischer Gefangener mehr als fünfzehn Jahre im Gefängnis verbringt.

Dr. Ulrike Beginn-Göbel, Ärztliche Direktorin der Klinik, freut sich sehr über die Zusage des prominenten Gastes. Dabei sieht sie auch einen direkten Zusammenhang zu den Aufgaben einer psychiatrischen Klinik: „Wer eine massive Bedrohung erlebt, kann eine Traumatisierung erleiden. Zu dieser kommt es, wenn ein Ereignis die Belastungsgrenzen eines Menschen übersteigt und das Ereignis nicht oder nicht richtig verarbeitet werden kann. Wie aber kann ein Mensch zum Beispiel Verfolgung oder Krieg psychisch angemessen verarbeiten?“ Sehr konkret werden seit mehr als einem Jahr die Menschen in Syrien unvorstellbar massiver Bedrohung und Gewalt ausgesetzt. Die Weltöffentlichkeit steht dem Geschehen fassungslos gegenüber, bisherige Versuche der Intervention von außen blieben erfolglos.

Dr. Beginn Goebel: „Es freut uns sehr, dass Rosa Yassin Hassan, eine Streiterin für demokratische Rechte und bedeutende Literatin aus Syrien, unser Gast ist, um aus ihrem Werk zu lesen und uns über die Geschehnisse in ihrer Heimat zu informieren.“ Rosa Yassin Hassan spricht Englisch und Arabisch, ein Teil der Lesung wird aber auch in deutscher Sprache stattfinden. Sigrun Reckhaus von der Heinrich-Böll-Stiftung liest aus dem Roman vor. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenlos, wohl aber wird für ein Hilfsprojekt in Syrien gesammelt.

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