SWD.Kommedy.Abende bleiben „politisch-kritisch“

Von: Naima Wolfsperger
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Liza Kos gibt mit „Was glaub‘ ich, wer ich bin?!“ den SWD.Kommedy.Abenden-Auftakt. Foto: nai

Düren. Wenn eine Russin, eine Türkin und eine Deutsche aufeinandertreffen, dann könne es schon mal lauter werden – „vor allem, weil es lauter Frauen sind“, sagt Liza Kos – und all diese Frauen und Kulturen seien in ihr vereint, all diese Persönlichkeiten lebten in ihrem Kopf.

Die Kabarettistin und Musikerin spielt auf der Bühne mit gängigen und kurzsichtigen Vorurteilen gegenüber verschiedenen Nationalitäten, gegenüber Frauen und bezüglich Integration. Kos ist gebürtige Russin, mit 15 Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Deutschland, wo sie Deutsch und Türkisch lernte. Mit auf der Bühne hat sie eine Balalaika – „die sieht einer Gitarre aber sehr sehr ähnlich. Sie ist nämlich integriert“, sagt Kos.

„Politisch-kritisch“ gehe es auch in der sechsten Ausgabe der SWD.Kommedy.Abende zu, sagt Thomas Lüttgens, Geschäftsführer des Komm. Das Programm sei in dieser Saison besonders bunt und breitgefächert – damit die Lachmuskeln auch nicht zu kurz kämen. Die Kooperation der Stadtwerke Düren (SWD) und des Komm sei ja fast schon Tradition, freut sich Heinrich Klocke, SWD-Geschäftsführer.

Nach der Eröffnungsrevue mit allen Künstlern am 27. Oktober tobt sich Liza Kos in ihrem Solo-Programm „Was glaub‘ ich, wer ich bin?!“ am 3. November in einem Mix aus Persiflage, Parodie und Liedern aus. Bill Mockridge, bekannt als Erich Schiller aus der Fernsehserie Lindenstraße und vom Bonner Springmaus Theater, kommt mit „Alles frisch?!“ am 17. November ins Komm und präsentiert, wie man jung bleibt.

Das „SWD.Kommedy.Abende“-Programm sei immer etwas Besonderes, betont Lüttgens. Einerseits, weil die Planung durchaus bis zu zwei Jahre im Voraus beginne, andererseits, weil das Kabarett ein wichtiger Baustein im Erhalt des Komm-Zentrums sei.

Polit-Kabarettist Thilo Seibel erklärt am 10. November in seiner Show „das Böse ist verdammt gut drauf“, warum Politik derzeit nicht negativ zu verstehen sei, sondern eher als eine Form der Bewusstlosigkeit. Anna Zink, die als „Mutti des weiblichen Stand-up“ gilt, nimmt mit sachlicher Analyse Demokratie, Selbstverantwortung und Meinungsfreiheit auseinander. Die Erkenntnis ihrer Comedy „Zink extrem positiv“ am 28. November: Lieber totlachen als abmurksen.

„Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie!“ ist der Künstlername des Duos Wiebke Eymess und Friedolin Müller. Das aus dem Hamburger Raum stammende „real-fiktive Liebespaar“ setzt sich über musikalische Genregrenzen hinweg und präsentiert absurd-komische Dialoge. Die beiden gehen mit „Paradiesseits“ am 5. Dezember auf die Bühne.

Besondere Höhepunkte dieser SWD.Kommedy.Abende seien die Nachbrenner, die in das Jahr 2017 gelegt wurden. Die Hauptattraktion der Abschiedsrevue am 5. Mai 2017 ist die junge Akrobatikgruppe „3 Funky Monkeys“. Das Berliner Trio geht regelrecht zirkusreif mit der Verbindung verschiedener kampfsportlicher und turnerischer Elemente auf die Bühne. „An einer sechs Meter hohen Stange werden sie sozusagen Vertikalakrobatik zeigen“, kündigt Lüttgens an und betont, dass er sich auf einen außergewöhnlichen Comedy-Abend freue, bei dem mit weiteren Berliner Kleinkünstlern auch Breakdance und Beat-Box zu erleben seien.

Lioba Albus übernimmt auch in diesem Jahr wieder die Moderation der Eröffnungsrevue. Am 30. Mai 2017 gibt sie zum krönenden Abschluss die Premiere ihres neuen Kabaretts „Das Weg ist mein Ziel“.

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