Düren - SWD Powervolleys: Die mentale Stärke kann entscheidend sein

SWD Powervolleys: Die mentale Stärke kann entscheidend sein

Von: Sandra Kinkel
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Solche jubelnden Gesichter wie beim Viertelfinal-Spiel gegen Lüneburg möchte der Mentalcoach, mit dem die Powervolleys in dieser Saison zum ersten Mal zusammenarbeiten, in der neuen Saison bei den Dürener Volleyballern oft sehen. Foto: Archiv
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Peter Boltersdorf (65) hat sich Dürens Bundesliga-Mannschaften sehr genau angeschaut. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Peter Boltersdorfs Ziel lässt sich in einem Satz formulieren: „Ich möchte das rausholen, was in der Mannschaft drin ist.“ Boltersdorf ist von Beruf Diplom-Sportlehrer, hat einige Zeit als Lehrer gearbeitet und leitet heute sein eigenes Unternehmen.

Boltersdorf berät Firmen in den Bereichen Motivation, Führung und Kommunikation sowie Team- und Organisationsentwicklung. Seit 16 Jahren arbeitet der 65-Jährige, der aus Lendersdorf stammt, mit Sportlern. Seit dieser Saison betreut er die SWD Powervolleys. „Sport“, sagt Boltersdorf, „ist meine Leidenschaft. Und die Arbeit mit Sportlern macht mir sehr großen Spaß.“ Die Erfolge des Wahl-Aacheners sprechen für sich: Boltersdorf hat mit Jürgen Klopp, Dieter Hecking und Fußball-Bundesligist Hannover 96 gearbeitet. Gewichtheber Matthias Steiner hat er betreut, als der 2008 in Peking Olympiasieger geworden ist.

Und die Deutsche Handballnationalmannschaft vor deren WM-Sieg 2007 im eigenen Land. Es sind aber nicht nur die wirklich großen Erfolge, die Boltersdorf wichtig sind. Einer seiner wichtigsten Resultate, erzählt der Mentalcoach, sei die Arbeit mit dem niederländischen Fußballclub Fortuna Sittard gewesen. „Es gab noch drei Spiele, die Mannschaft brauchte einen Punkt, um den Abstieg zu verhindern. Das haben wir geschafft.“

Stefan Falter, der neue Trainer der Powervolleys, hat Boltersdorf bei seiner Arbeit mit den „Ladies in Black“ in Aachen kennengelernt und nach Düren geholt. „Es ist enorm wichtig“, sagt Falter, „die Persönlichkeit jedes einzelnen Spielers zu ermitteln und dann eine homogene Mannschaft zu formen.“ Vor drei Monaten hat Boltersdorf angefangen, mit den Powervolleys zu arbeiten. Jeder Spieler hat online 144 Fragen beantwortet. Es haben Einzelgespräche stattgefunden, Workshops mit dem gesamten Team. Die Mediziner, die die Spieler betreuen, waren involviert, der Trainer natürlich auch.

Das Ziel: Für jeden Spieler sollte anhand seiner Antworten ein Persönlichkeitsprofil erstellt werden, um diese gezielter motivieren und gruppendynamische Prozesse besser analysieren zu können. „Es geht nicht darum, Dinge zu bewerten“, sagt Boltersdorf. „Es geht auch nicht um richtig oder falsch. Jedes eindeutige Ergebnis der Befragung ist für uns gut, damit können wir arbeiten.“ Natürlich, so Boltersdorf weiter, gäbe es immer noch Menschen, die der Psycholgie eher skeptisch gegenüber stehen würden. „Die Volleyballer wussten aber, dass der Trainer mir vertraut und haben mit dann auch ihr Vertrauen entgegengebracht.“

Was zeichnet das Team aus?

Und was zeichnet jetzt das Team der Powervolleys aus? „Viel kann ich natürlich nicht verraten“, sagt Boltersdorf. Nur soviel sagt er dann doch: Die Mannschaft ist sehr homogen. „Das macht meine Arbeit leicht. Für ein gutes Mannschaftsgefüge“, erklärt Boltersdorf weiter, „ist es von Vorteil, wenn die Teammitglieder sich mögen. Das ist in Düren überhaupt kein Problem.

Die Volleyballer gehen sehr offen und positiv aufeinander zu.“ Und: Die Dürener Spieler lieben es, sich zu zelebrieren. „Das sind echte Typen“, formuliert es Boltersdorf. „Die brauchen ein Event, Partystimmung beim Heimspiel, um alles abrufen zu können, was sie drauf haben.“ Genau deswegen wünscht Boltersdorf sich beispielsweise eine bessere Beschallungsanlage für die Arena und Licht, dass man dimmen kann. „Vermutlich“, sagt der Motivationstrainer, „würde das die Spiele auch für die Zuschauer noch interessanter machen.“

Natürlich ist Boltersdorfs Arbeit mit dem Saisonstart längst nicht beendet. Im Gegenteil. Der Mentalcoach wird Heimspiele besuchen, Mannschaft und Trainer genau beobachten. „Der Trainer“, sagt er, „darf seine eigene Motivation nicht auf die Mannschaft projizieren. Er muss seinem Team genau das geben, was es braucht.“ Boltersdorf ist davon überzeugt, auch während der Saison kurzfristig eingreifen zu können – beispielsweise, wenn die Mannschaft mehrere Spiele hintereinander verliert. „Wir haben so ein genaues Mannschaftsprofil erarbeitet, mit dem es uns gelingen wird, auch Schwächen etwas entgegensetzen zu können.“

Am Ende seien es häufig Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachten. „Wenn man von zwei, drei Mannschaften absieht, ist die Leistungsdichte in der ersten Volleyball-Bundesliga sehr eng. Und im fünften Satz kann es dann unter Umständen entscheidend sein, dass Spieler auch bei größtem Druck beim Aufschlag die Ruhe bewahren können.“

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