Düren - „SWD KOMMedy.Abende“: Eröffnungsrevue mit trockenem Witz und wirbelnden Tönen

„SWD KOMMedy.Abende“: Eröffnungsrevue mit trockenem Witz und wirbelnden Tönen

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Sie boten atemberaubende Musik-Clownerie-Akrobatik mit enormer Kunstfertigkeit und Instrumentenvielfalt: Gogol & Mäx, die für größte Heiterkeit sorgten. Foto: Hannes Schmitz
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Wortakrobat und Blödelbarde: Hans-Jürgen „Knacki“ Deuser.
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Ein Puppenspieler voller Raffinesse, der mit Persiflagen und Parodien aber nicht immer Heiterkeitserfolge erzielte: Martin Reinl.

Düren. Intelligente und humorvolle Comedy, Kabarettisten mit trockenem Sprachwitz und hochkarätiger Ironie, wirbelnde Klangkaskaden von akrobatischen Musikclowns, kunterbuntes und rasantes Puppentheater und eine Stimme, die sich im Gehörgang einnistete: Die Eröffnungsrevue der „SWD KOMMedy.Abende“ im ausverkauften Haus der Stadt wurde überwiegend zu einer „Sahnevorstellung“.

Die Extrakte aus den Programmen der Künstler machten Appetit auf die kommenden Einzelvorstellungen. Über mangelnden Besuch wird der Moderator des Abends, Klaus Jürgen „Knacki“ Deuser, kaum klagen müssen. Er ist ein brillanter Redner, Wortakrobat und Blödelbarde, dessen Moderation alles in Fluss und das Publikum bei Laune hielt; ein Stand-up-Comedian par excellence, der ausspricht, was viele denken und seine Umwelt trefflich karikiert. Deuser ist ein großartiger Beobachter des Alltäglichen, der es auch versteht, seine Mitstreiter in Szene zu setzen.

Gleich zu Beginn kam die Überraschung des Abends auf die Bühne: Lüder Wohlenberg, ein Mann, der an Dürener Krankenhäusern zum Arzt ausgebildet wurde und die Erkenntnis gewann: „Wer hier Arzt wird, muss danach auf die Bühne“. Und auf den Bühnenbrettern präsentierte er sich als „Profi-Patient“: „Wir sind mit unseren Symptomen Anbieter auf dem Gesundheitsmarkt.“ Überhaupt raubte er den Leuten im Saal manche Illusion: „Gesund zu sein heißt lediglich, nicht richtig untersucht worden zu sein.“ Ätzender Sarkasmus und tiefschwarze Pointen waren blendende Heilmittel für das Publikum. Herrlich war er in seiner Arzt-Rolle, als er Tipps zur Reanimation gab, die am besten zum Rhythmus von AC/DCs „Highway to Hell“ gelinge. Nur sollte man den Text nicht mitsingen.

Als ein fröhlicher-zorniger Satiriker entpuppte sich Werner Koczwara, der durch die skurrile Juristen-Welt peitschte, haarsträubende Richter-Urteile zerfledderte und die unendliche „Geistesvielfalt“ des Gesetzgebers mit intelligentem Humor und schwarzer Komik an den Pranger stellte.

Die Puppenspieler haben Hochkonjunktur und einer der originellsten Stand mit Martin Reinl auf der Bühne. Eine pfiffige Schau mit ausgefallenen Puppen, Comedey mal leise mal laut, mit ausgewählten Nummern, die beim Publikum unterschiedliche Resonanzen hervorriefen.

„Gogol & Mäx“, zwei herrlich groteske Musikclowns, boten ihrer eigene glanzvolle Version des Musiktheaters.Ohne viele Worte, aber auf rasante Weise mit musikalischem Können und akrobatischen Einlagen jagten sie über die Bühne, beherrschten eine Vielzahl von Instrumenten und entlockten selbst Alltagsgegenständen virtuose Klänge.

Nessie Tausendschön mit ihrem musikalischen Begleiter William Mackenzie stand wohl eher für Frauenkabarett. Aber auch sie zu hören war ein Genuss. Sie ist ein Vulkan, der zwischen Eruptionen und Sanftheit pendelte, ihre Gesangsstimme als Opernsopran oder Rockröhre erklingen ließ, mit einem Gesicht voll zärtlichem Charme, um dann wieder Kratzbürste zu sein. „Verstörend“ für viele Männer, überwiegend bejubelt von den Frauen.

Die Künstler boten einen exzellenten Abend, der vom Publikum mit lang anhaltendem applaus belohnt wurde. Da steppte zum Schluss nicht der Bär, sondern auch Moderator „Knacki“ Deuser.

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