SWD-KOMMedy-Abend: Geschick im Umgang mit Puppen

Von: Hannes Schmitz
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Die Puppen tanzten auf der Bühne im Haus der Stadt. Martin Reinl und Carsten Haffke beherrschten ihr Handwerk. Betty Laminga moderierte den Comedyabend. Foto: Hannes Schmitz

Düren. „Lange Arme“ dürften die Puppenspieler nach ihrem Auftritt im Haus der Stadt gehabt haben, lange Gesichter gab es bei vielen Zuschauern nach dem Einzelgastspiel von Martin Reinl und Carsten Haffke im Rahmen der SWD-KOMMedy-Abende.

Wer sich durch „Zimmer frei“-Hund Wiwaldi hatte locken lassen, die Show zu besuchen, merkte bald, dass kurze Spots zwar Appetithäppchen sein können, eine mehrstündige Improvisations-Schau aber nicht immer ein Diner ist. Über weite Strecken war die Veranstaltung eher ein zäher Brei, der durch ein paar Rosinen-Gags geschmacklich aufbereitet worden war.

So wurde das Puppenspiel zum Geduldsspiel für die einen und ein witziger Abend für all jene, die zum ersten Mal ein Improvisationsshow besuchten oder eben eingefleischte Fans der beiden Akteure waren. Moderatorin Betty Laminga hatte dies per Befragung im Saal in Erfahrung gebracht und auch das Publikum animiert, Stichworte zu geben, damit die Improvisationen „anlaufen“ konnten.

Eine „hochkulturelle, nicht jugendfreie Show“ hatte „Starhund“ Wiwaldi am Anfang via Bildschirm ankündigt. Gleich zwei standen rechts und links auf der Bühne, so dass das Publikum fleißig Augengymnastik betreiben konnte. Wer allerdings im Saal weiter hinten saß, der hatte ob der „Größe“ der Monitore „Sehprobleme“. Nicht zu übersehen war die Stellwand, auf der unzählige Puppen aufgereiht waren, die je nach Sketch zu Hauptdarstellern wurden.

In der Mitte der Bühne eine Kamera, so ausgerichtet, dass man auf den Flachbildschirmen die Puppen sah, aber nicht die Puppenspieler. Wer nicht „fernsehgucken wollte“, sah die menschlichen Protagonisten, wie sie sich drehten und wendeten und Texte sprachen, die wie ein „Kasperletheater für jungen Erwachsene“ wirkten.

Und wenn dann noch die Moderatorin ins Spiel einbezogen wurde, musste eine kleine Bühne aufgebaut werden, damit alles „bildschirmgerecht“ war. Alles eine recht statische Angelegenheit, die sich ständig wiederholte und kaum Raum bot für quicklebendiges Improvisationstheater. Der Aufbau der Show war nahezu identisch mit Auftritten „menschlicher“ Improvisationstheater“. Die Neuerung nun: Man ließ eine Vielzahl von Puppen „tanzen“. Zeitgeist in Puppengestalt bei der Schwemme der Puppen-Comedy-Auftritte. Die Puppenspieler im halbvollen Saal verstanden ihr Handwerk, aber nicht jedes Stichwort. Als sie über den Beruf des Glasbläsers, der einmal zu Dürens Geschichte gehörte, improvisieren sollten, hinterließen sie, da sie den Beruf wohl nicht kannten, nur einen Haufen Scherben. Das konnte man von Bernd Budden am Keyboard und E-Klavier nicht sagen. Er sorgte für musikalisch gelungene Untermalung, der manchen Sketch enorm bereicherte.

So wurde der Abend für die einen zum kunterbunten und rasanten Impro-Puppentheater mit komischen Absurditäten, empfanden manches Zwiegespräch als sprudelnden Wortwitz, wenn es sich in der „Jugendsprache“ bewegte und sich verkeilende Puppen als Situationskomik. Andere waren ganz einfach enttäuscht und vermissten nur eine Puppe: die „lahme Ente“.

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