„Swap-Geschäfte”: Ratsmitglieder klagen über Täuschungsmanöver

Von: cl
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Düren. Für die Zinswette, mit der die Stadt Düren nach aktuellem Stand im Minus liegt, hat der damalige Kämmerer Johannes Geismann das Votum aller Stadtratsfraktionen gehabt.

Doch die Ratsmitglieder seien damals getäuscht worden, sagen SPD-Fraktionschef Henner Schmidt und der grüne Fraktionsvize Bruno Voß. Aus den Informationen der Kämmerei, auf deren Basis der Rat entschieden hat, sei das Gefahrenpotenzial der sogenannten „Swap”-Geschäfte nicht hervorgegangen.

Legitimiert durch die Ratsentscheidung - nur PDS-Solist Lothar Böling votierte mit Nein - hatte die Stadt Düren 2001 in Zusammenhang mit der Abzahlung eines 4,8-Millionen-Euro-Kredits auf die künftige Zinsentwicklung spekuliert. Als das Geschäft anfangs gut lief, gab der Rat noch einmal grünes Licht für derartige Zinswetten, 2002 dann ein drittes Mal - diesmal ohne zeitliche Begrenzung. An diesem Punkt stieg die SPD aus und sagte Nein.

Zu einem weiteren „Swap”-Geschäft kam es trotz der Legitimation durch den Rat nicht mehr. Inzwischen hatten sich die Gewinnaussichten derartiger Finanzaktionen deutlich verschlechtert. „Das hätte der Kämmerer von Beginn an darstellen müssen”, ärgert sich Henner Schmidt, der erst seit 2004 im Rat sitzt, und betont: „Ich kann den damaligen Ratsmitgliedern keinen Vorwurf machen.”

„Zu dieser Zeit herrschte allgemein eine gewisse Euphorie, was Spekulationen am Finanzmarkt anbelangt. Davon haben wir uns wohl anstecken lassen”, bedauert Bruno Voß seine Zustimmung zu den Zinswetten. Wie Schmidt ist er der Ansicht, dass der Rat derartigen Geschäften jetzt einen Riegel vorschieben sollte.
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