Düren - Swank und Carter: Hollywood-Flair auf dem Klinikgelände

Swank und Carter: Hollywood-Flair auf dem Klinikgelände

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Düren. Großes Kino an der Meckerstraße in Düren: Von ihrem Wohnwagen auf dem Parkplatz neben der Schlosserei bewegt sich mit einem strahlenden Lächeln Hilary Swank, Oscarpreisträgerin in den Jahren 2000 und 2005, auf das naheliegende Haus 5 zu.

Es folgt Helena Bonham Carter, bekannt durch ihre Rolle als Hexe in den „Harry Potter“-Filmen. Ihr Haar ist zerzaust, das Gesicht auffällig blass. Beobachtern des Geschehens, Klinikmitarbeitern und auch der Presse ist jedwedes Fotografieren der beiden Stars während der Dreharbeiten untersagt.

Weniger zugeknöpft zeigt sich eine weitere Größe der Filmwelt: Bille August, der 1987 den Oscar für „Pelle, der Eroberer“ erhielt und mit der Verfilmung von „Das Geisterhaus“ Millionen Menschen begeisterte, führt hier und da mal ein kurzes Gespräch und ist sichtlich begeistert von dem Klinikgelände. Gleiches gilt für Golden Globe-Gewinner Jeffrey Tambor, die amerikanische Stimme von „SpongeBob“ und bekannt unter anderem durch „Der Grinch“. Er macht seine Scherze und gibt bereitwillig Auskunft.

Was ist der Hintergrund dieses nicht gerade alltäglichen Szenarios in der Dürener LVR-Klinik?

Nach einer wahren Begebenheit schildert der Film „55 Steps“ die Geschichte von Eleanor Riese (Helena Bonham Carter), die als Patientin 1989 in die psychiatrische Abteilung des St. Mary‘s Hospital in San Francisco eingewiesen wurde und sich dort gegen einige Behandlungsmethoden zur Wehr setzte. Mit ihrer Anwältin Colette Hughes (dargestellt von Hilary Swank) zog sie bis vor den Obersten Gerichtshof von Kalifornien und kämpfte gegen Zwangsmedikation und für die Selbstbestimmung über ihren Körper.

Damit half sie zahlreichen Patienten in psychiatrischen Einrichtungen. Die Psychiatrie in den Vereinigten Staaten von Amerika war zu der Zeit noch deutlich rückständiger. Eleanor und Colette wurden im Zuge dessen trotz Eleanors schwieriger Persönlichkeit zu guten Freundinnen.

Hiervon handelt der in San Francisco, Köln und in weiten Passagen in Düren gedrehte Spielfilm, der 2017 in die Kinos kommt. Wieder einmal erhielt die LVR-Klinik Düren nach eingehenden Vorbesichtigungen als „Location“ den Zuschlag. Auf dem Gelände drehten schon Veronica Ferres, Götz George, Dieter Pfaff, Heino Ferch und andere. „Dieses nach einwöchigem Aufenthalt nun abgeschlossene Projekt war aber bislang in jeder Hinsicht die bedeutendste Produktion“, berichtet Thomas Hax-Schoppenhorst Sprecher der LVR-Klinik.

In Deutschland zeichnete „elsani film“ aus Köln verantwortlich. Die Klinik war jedoch nicht nur Motivgeber. Da für Regisseur Bille August Authentizität oberstes Gebot ist, gewann er Krankenschwester Natalie Prinz als sachkundige Komparsin und Pflegedienstleiter Mario Kuckertz, seit Jahrzehnten erfahrene Kraft, als fachlichen Berater am Set, der im Detail Statisten und die Stars beriet, wie Menschen mit psychischen Erkrankungen sich verhalten, bewegen, wie sie kommunizieren.

Am letzten Drehtag durfte er sogar eine kleine Rolle übernehmen. Aufnahmeleiterin Ricarda Goray war in der Abschlussbesprechung voll des Lobes über die sehr gute Zusammenarbeit mit der Klinik und dankte vor allem für die perfekte Unterstützung durch die technische Abteilung. „Die LVR-Klinik sieht sich bezüglich weiterer Aufnahmen auf dem Gelände und in einigen alten Gebäuden im Aufwind“, sagt Thomas Hax-Schoppenhorst. Am 17. Juni gibt es eine Tagung für 50 professionelle Motivsucher aus ganz Deutschland in Haus 5. Auch dadurch werde die LVR-Klinik sich als attraktiver Ort erneut ins Gespräch bringen.

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