„Summer-Brass-Festival“: Liebhaber der etwas anderen Blasmusik

Von: Dietmar Engels
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Zum Auftakt ein Programm erster Güte: Die „Brass Band Düren“ eröffnete am Freitag das Festival. Foto: Dietmar Engels
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Laut und gut: Die „Blassportgruppe“ überzeugte mit Spielfreude und einigen Showeinlagen.

Düren. Für Liebhaber der „etwas anderen“ Blasmusik war das zweite Dürener „Summer-Brass-Festival“ im und vor dem Haus der Stadt ein ganz besonderes Erlebnis. Von Freitag bis Sonntag präsentierte die bundesweit renommierte „Brass Band Düren“ musikalische Leckerbissen in Hülle und Fülle.

Zum Auftakt am Freitagabend spielten die Gastgeber ein Programm erster Güte. Unter der Leitung des Dirigenten und Bandleaders Martin Schädlich intonierten die 35 Blechmusiker und vier Schlagwerker im nahezu ausverkauften Haus der Stadt einen breiten Querschnitt ihres großen Repertoires. Los ging es mit „Londonderry Air“ – einem von drei Titeln, die unsere Leserschaft ausgewählt hatte. Das Stück stammt aus dem englischen Film „Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten“, der dieser Art von Blechmusik gewissermaßen ein Denkmal setzte und auch in Deutschland eine Brass-Welle auslöste.

Das schönste Musikstück in dem Film ist ohne Zweifel „Concierto d’Aranjuez“ des spanischen Komponisten Joaquín Rodrigo Vidre mit bezaubernden Flügelhornsoli, mit denen in „Brassed Off“ eine hübsche junge Frau bei der „Aufnahmeprüfung“ die gestandenen Musiker einer traditionsreichen Brass Band in Erstaunen versetzt (und manch einem den Kopf verdreht). Beim Konzert am Freitagabend übernahm Paul Simon Fürst sehr gekonnt den Flügelhorn-Part. Tosender Beifall war sein Lohn. Auch dieses Stück hatten sich die Zuschauer bei der Umfrage gewünscht, ebenso wie die beliebte Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“. Schon dieses Melodien-Terzett zeigte die Bandbreite der Brass-Musik. Weitere Kompositionen wie etwa die Klassiker „Danny Boy“ und „Birdland“ sowie einige moderne Stücke, eigens für Brass Bands geschrieben, rundeten das breitgefächerte Klangbild ab.

Nach der Pause gab es wieder ganz andere Facetten: Die „Blassportgruppe“ aus der Gegend um Mannheim und Speyer marschierte auf. Die zehn Musiker brauchen keine Pulte, keine Sitzgelegenheiten und keine Notenblätter. Sie sind ständig in Bewegung und spielen mit Vollgas – sehr laut, für etliche Zuhörer in den ersten Reihen zu laut. Die Band bevorzugt „moderne Klassiker“ aus der jüngeren Musikgeschichte, sie lässt sich von Jimi Hendrix, Katy Perry und anderen Größen vor allem aus der Rockszene inspirieren. Dabei verstehen sich die Musiker bestens darauf, sogar Gitarrenriffs und Keyboard-Klänge in Blechmusik zu „übersetzen“. Die Instrumentalisten und der hervorragende Sänger rissen das Publikum mit unbändiger Spielfreude und schrägen Showeinlagen mit. Zum Ausklang des Abends unterhielt dann noch die „Fat Cat Bigband“ der Musikschule im Foyer des Hauses.

Noch sehr viel mehr musikalische Vielfalt gab es am Samstag. Von der Mittagszeit bis zum Abend traten im stündlichen Wechsel zehn regionale Orchester auf der Bühne vor dem Haus der Stadt auf: „Roland Big Band“, das Sinfonische Blasorchester der Musikschule Düren, das Junge Orchester Kreuzau, „Brass für Spaß“, Jugendblasorchester Lendersdorf, „Judaska“, das Blasorchester Birkesdorf, der Musikverein Hochkirchen, „East Belgian Brass“ und die „Jazzcombo Klaus Luft“.

Der Höhepunkt dabei: Ziemlich zu Beginn spielten alle Musiker zusammen das Stück „Highland Cathedral“. Am Sonntag folgten noch zwei Highlights: Eine feierliche Messe mit großer Brass Band in der Annakirche mit anschließendem musikalischen Frühschoppen mit der „Ellener Dorfmusik“ und am frühen Abend das Abschlusskonzert mit der österreichischen Band „Da Blechhauf’n“ im Haus der Stadt.

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