„Summer Brass Düren“: Ein weicher und vollmundiger Klang

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Martin Schädlich leitet die „Brass Band Düren“ seit elf Jahren. Die Gruppe spielt beim zweiten Festival „Summer Brass Düren“. Foto: Weniger

Düren. „Summer Brass Düren“ – zum zweiten Mal findet Anfang September in Düren ein großes Brass-Band-Festival statt. Aber warum gibt es in Düren überhaupt diese besondere Form von Blasmusik? Und was macht den Reiz von Brass Bands aus?

Fragen, die unsere Mitarbeiterin Sandra Kinkel Martin Schädlich gestellt hat. Der gebürtige Jülicher ist 35 Jahre alt, studierter Trompeter und seit 2005 Dirigent der „Brass Band Düren“.

Wie sind Sie zur Trompete gekommen?

Martin Schädlich: Ich komme aus einem sehr musikalischen Elternhaus. Als ich zwölf Jahre alt war, haben meine Eltern mich zum Tag der offenen Tür der Musikschule mitgenommen. Und irgendwie war es mit mir und der Trompete Liebe auf den ersten Blick. Ich bin an dem Tag mindestens zehnmal zum Trompetenlehrer Klaus Luft gelaufen, um dieses Instrument immer wieder auszuprobieren. Und dann habe ich angefangen, selbst zu spielen.

Wie ist es dazu gekommen, dass es in Düren eine „Brass Band“ gibt?

Schädlich: Das ist der Initiative des Musikers Lothar Esser zu verdanken, der diese Form der Musik faszinierend fand. Er wollte diese außergewöhnliche Musik ausprobieren und hat die „Brass Band Düren“ zunächst als Projekt-Orchester gegründet. Später ist daraus eine feste Institution geworden.

Sie sind seit 1998 bei der „Brass Band Düren“ dabei.

Schädlich: Ja, das stimmt. Mein alter Trompetenlehrer Klaus Luft hat ebenfalls in der Band gespielt und mich zu einer Probe mitgenommen. Gott sei Dank, kann ich nur sagen!

Was macht den besonderen Reiz von Brass Bands aus – zum Beispiel im Vergleich zu Big Bands?

Schädlich: „Brass Bands“ haben einen einzigartigen Sound. Es sind nur Blechblasinstrumente und Schlagwerk dabei. Das sorgt für einen sehr weichen, aber gleichsam auch sehr vollmundigen Klang. Manchmal wissen die Zuschauer gar nicht, welches Instrument gerade spielt. Das ist spannend.

Was wussten Sie vor Ihrer ersten Probe von „Brass-Band-Musik“?

Schädlich: Ich wusste nur, dass 35 Blechbläser und vier Schlagwerker dabei sind. Und dass es ursprünglich die Musik von Grubenarbeitern war. Ansonsten bin ich ganz unbedarft an die Sache herangegangen.

War es bei Ihnen und der Brass Band denn ähnlich wie bei der Trompete Liebe auf den ersten Blick?

Schädlich: Ja, das war es auf jeden Fall. Liebe auf den ersten Blick zur Musik, aber auch zu den beteiligten Menschen. Das hat einfach von Anfang an ganz wunderbar gepasst.

Was erwartet die Zuschauer bei „Summer Brass Düren“?

Schädlich: Die gesamte musikalische Bandbreite, die Brass Bands bieten. Es gibt klassische sinfonische Musik, aber auch traditionelle Märsche, Polkas und jazzige Klänge. Sehr interessant wird bestimmt auch die Messe am Sonntag mit Chorälen und Kirchenmusik. Die Zuschauer bekommen die Gelegenheit, Musiker aus der Region kennenzulernen, aber auch Weltklasse-Ensembles, die nicht aus Düren kommen. Die „Blassportgruppe“ bietet Satire, Chansons, Walzer und Rockmusik mit absolut schrägen Bühnenshows. Bei „Da Blechhauf‘n“ wird so aufgespielt wie früher in den Wirtshäusern.

Beim Eröffnungskonzert können unsere Leser aktiv über Teile des Konzertprogramms abstimmen. Warum machen Sie sich die Arbeit, sechs Stücke vorbereiten zu müssen, von denen am Ende nur drei gespielt werden?

Schädlich: Ich finde es einen sehr schönen Gedanken, die Konzertbesucher in Teilen über das Konzertprogramm entscheiden zu lassen. Manchmal sitzt man doch in einem Konzert und denkt „Mensch, warum spielen die das denn jetzt nicht?“ Wir spielen zumindest teilweise das, was das Publikum wirklich hören will.

Es stehen sechs Stücke zu Wahl. Haben Sie einen Favoriten?

Schädlich: Oh ja, den habe ich. Der bleibt aber mein Geheimnis. Ich möchte Ihre Leser in Ihrer Wahl nicht beeinflussen.

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