Sturmtief „Zeljko“ verdirbt der Annakirmes den Start

Von: Jörg Abels
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Sturmtief „Zeljko“ sorgte für einen nasskalten und besucherarmen Auftakt der Annakirmes. Fotos: Abels
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Nach dem Fassanstich von Bürgermeister Paul Larue...
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...trauten sich am Samstagnachmittag nur ein paar Unentwegte auf den Platz. Foto: Jörg Abels
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Michael Maas in der Abschnittführungsstelle hatte permanent die Wetterentwicklung im Blick.
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Erst am Abend wurde es zwischen „Europarad“, „Wilder Maus“ und „Avenger“ ein wenig voller.

Düren. Sturmtief „Zeljko“ im Anmarsch, verbunden mit einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes, die nichts Gutes erahnen ließ. Dazu die Nachricht von der Absage der Düsseldorfer Rheinkirmes und anderer Open-Air-Veranstaltungen in ganz Nordrhein-Westfalen: Der bange Blick der Schausteller und der Verantwortlichen der Stadt Düren ging Samstagmittag immer wieder gen Himmel.

Als Bürgermeister Paul Larue die 377. Annakirmes um 11 Uhr mit dem traditionellen Fassanstich – er brauchte für seine Verhältnisse nur beachtlich gute sechs Schläge – eröffnete, blitzte die Sonne zwar einmal kurz durch die dichten Wolken, aber es sollte nur ein ganz kurzes Gastspiel bleiben.

Gelassene Ironie

Immer wieder zogen starke Böen und langanhaltende Schauer über den bis zum Abend weitgehend leeren Platz. Lange Gesichter bei den Schaustellern, die nach einem für viele schwachen Frühjahr auf volle Kassen gehofft hatten. Sie standen sich die Beine in den Bauch und versuchten das Beste aus der misslichen Situation zu machen.

Während sich zum Beispiel Toni Schleifer am Saxofon übte, mit dem er in den kommenden Tagen seine Gäste während der nostalgischen „Fahrt ins Paradies“ unterhalten will, verfiel Mini-Scooter-Betreiber Rolf Lentzen in gelassene Ironie: „Mir ist es egal, wenn es mir nicht egal wäre, würde es ja trotzdem regnen.“

Gekniffen waren neben den Fahrgeschäftbetreibern, deren Karussells sich – wenn überhaupt – nur spärlich besetzt drehten, die Gastronomen, die auf ihren gebratenen Köstlichkeiten sitzenblieben und statt Bier besser Kaffee und Glühwein ausgeschenkt hätten.

Kein Grund zur Schließung

In der „Abschnittführungsstelle“ („Afüst“) an der Feuerwache II hatte Michael Maas vom DRK zu jeder Zeit die Wetterentwicklung im Blick. Er beobachtete Regenradar und Windrad, stand in ständigem Kontakt mit der Einsatzleitstelle und den Verantwortlichen der Stadt. Bei Windstärke 8, Böen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 62 Stundenkilometern, hätte die Koordinierungsgruppe der Annakirmes, Vertreter der Stadt, der Feuerwehr, der Polizei und der Schausteller, zusammentreten und über eine eventuelle Unterbrechung des Volksfestes beraten müssen. Zumindest hätte ein Großteil der Fahrgeschäfte den Betrieb einstellen müssen. „Denn die Sicherheit hat oberste Priorität“, betonte Platzmeister Achim Greiff.

Doch soweit kam es nicht. Die heftigsten Böen machten einen großen Bogen um die Annakirmes. Der immer wieder einsetzende Regen sorgte zwar für einen menschenleeren Rummel, gefährdet aber waren die wenigen Besucher, die den Wetterkapriolen trotzten, nicht. Erst als sich nach 19 Uhr der Himmel aufklarte, füllte sich der Platz langsam – für die Betreiber m der Kinderfahrgeschäfte zu spät. Sie erlebten einen rabenschwarzen Kirmesauftakt.

Aber auch auf der Wildwasserbahn „Piratenfluss“ schwammen überwiegend nur leere Boote. Selbst an den rasanten Überschlag- und Looping-Karussells blieb der ganz große Andrang aus. Denn bei kühlen 13 bis 15 Grad füllte sich der Platz zwar langsam, aber längst nicht im gewohnten Ausmaß. „Ich kann mich nicht an einen derart schlechten Auftakt erinnern“, erklärte Dürens Schaustellerchef Bert Cremer (47), der mit und auf der Annakirmes groß geworden ist. „Aber natürlich sind wir froh, dass wir anders als die Kollegen in Düsseldorf überhaupt öffnen konnten. Dafür gebührt der Koordinierungsgruppe ein großes Lob, die sehr besonnen gehandelt hat.“

Die Schausteller hoffen nun nach einem zumindest tagsüber sonnigen Sonntag auf die kommenden Tage. Allerdings sollten die Besucher auch am Montag und am Familiendienstag, an dem traditionell halbe Fahrpreise und Sonderangebote locken, einen Regenschirm für alle Fälle nicht vergessen. Erst ab der Wochenmitte ist Wetterbesserung angekündigt.

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