„Stunk unplugged“: Bitterernste Themen lachend präsentiert

Von: Gudrun Klinkhammer
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Impressionen von „Stunk unplugged“ im Haus der Stadt in Düren. Das Publikum hat den Abend voller Witz, Nonsens und toller Musik in vollen Zügen genossen. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Impressionen von „Stunk unplugged“ im Haus der Stadt in Düren. Das Publikum hat den Abend voller Witz, Nonsens und toller Musik in vollen Zügen genossen. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Impressionen von „Stunk unplugged“ im Haus der Stadt in Düren. Das Publikum hat den Abend voller Witz, Nonsens und toller Musik in vollen Zügen genossen. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Impressionen von „Stunk unplugged“ im Haus der Stadt in Düren. Das Publikum hat den Abend voller Witz, Nonsens und toller Musik in vollen Zügen genossen. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Was reimt sich auf „schlau“? Genau: „Kölle Helau“, sagte Sören. „Und der Name Sören klingt schon wie Durchfall“, stellte ein „Stunker“ fest, der gerade in der Uniform eines Kölner Gardisten-Karnevalisten steckte. Auch die Figur Sören wurde von einem Mitglied der „Stunker“ gespielt.

Klar kam Sören in diesem köstlichen Sketch am Freitagabend im Haus der Stadt aus Westfalen, genauer gesagt aus Lippstadt. Dieser Westfale sollte nun in das aktive Kölner Karnevalsgeschehen integriert werden, und gelinde gesagt: Es gab Hindernisse. „Stippeföttche“ wollte keiner mit diesem im Rheinland völlig fremdartigen Sören angehen. Die „Stunker“ aus Köln schlugen gnadenlos und mit unglaublicher Kraft und Heiterkeit zu, und zwar mitten in Düren. Auf dem Programm im Haus der Stadt stand der letzte SWD.KOMMedy-Abend „Stunk unplugged“.

Rund 500 Besucher wollten das Spektakel sehen. Was normalerweise zur besten Karnevalszeit im Kölner E-Werk die Menschen elektrisiert, berührte nun auf ureigene Weise die Dürener. Bitterernste Themen wurden lachend serviert, doch auch Nonsens und vor allem gute Musik kamen beim Publikum bestens an. „Stunker“ Reiner Rübhausen führte durch das Programm. Er begrüßte zunächst den „Tom vom ‚Komm‘“, gemeint war Thomas Lüttgens, Geschäftsführer des Dürener Kulturzentrums, der das Gastspiel mit eingefädelt hatte. Lüttgens gab in seiner kleinen Ansprache zu: „Ich bin aufgeregt und stolz: das große Finale der Saison mit den echten Kölner ‚Stunkern‘.“ Rübhausen wiederum lobte Düren.

Dort spielten die „Stunker“ bereits 2009 und freuten sich, dass die Stadt noch in voller Schönheit zu sehen ist und noch nicht dem Tagebau zum Opfer gefallen ist. Rübhausen: „Schön, dass diese Frohsinnsmetropole in der rheinischen Tiefebene noch nicht weggebaggert wurde.“ Und dann reihten sie sich aneinander, diese heiteren Perlen des rheinischen Frohsinns. Sketche aus der neueren Stunksitzungsgeschichte gefielen ebenso wie kultverdächtige Altlasten. Der Friedensnobelpreis, der 2012 an die Europäische Union ging, deren Mittelmeer zum Massengrab geworden ist, gab Ideen vor. Rübhausen: „Das ist, als würde das Gefängnis Guantanamo Bay zur freundlichsten Kurklinik in der Karibik erklärt.“

RTL-Nobelpreis

Dementsprechend verliehen Thomas Gottschalk und Daniela Katzenberger den RTL-Nobelpreis an Erdogan, Berlusconi, Putin und Co. Trump wurde noch ausgespart, der muss sich erst noch bewähren, meinen die „Stunker“. Putin wurde unter anderem dafür belohnt, dass er nur auf Beine schießt. Der geschauspielerte Putin ergänzt im persönlichen Gespräch: „Nasenbein und Jochbein inklusive“. Weitere Zielscheiben: Die vermeintlichen Armutsdeutschen, die sich über Golfplätze schleppen, die Inklusion von Politikern allgemein und von Westfalen in Köln speziell, zudem die innere Sicherheit des Landes.

Bei diesem Sketch über den zweieinhalbjährigen Melvin, seiner Mutter und seiner Großmutter handelte es sich um einen Stunkbeitrag aus dem Jahre 2008, der aktueller nicht hätte sein können. Gleiches galt für den Sketch „CSI Berlin“. Bauer Schmitz kam locker in Gummistiefeln mit dem Song „Sexy“ daher, Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek mit gruseligen Wesen aus der braunen Szene. Während auf der Bühne im Haus der Stadt stundenlang Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte, ging auch hinter der Bühne die Post ab. Unzählige Kostüme und Requisiten standen zur Verwendung bereit. Nicht nur das Publikum hatte alle Hände voll damit zu tun, eben diese aneinander zu klatschen. Auch die Akteure hatten alle Hände voll zu tun, sich ständig umzuziehen.

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