Kreis Düren - Studieren in Düren: Bloß wie und wo?

Studieren in Düren: Bloß wie und wo?

Von: Ingo Latotzki
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Die Südseite des Dürener Bahnhofs wird heute von Pendlern als Parkplatz genutzt. Das Gelände erstreckt sich in östliche Richtung. Ein Teil soll bebaut werden und könnte von Gründerfirmen oder eventuell als akademischer Standort genutzt werden. Foto: Ingo Latotzki

Kreis Düren. Düren wird Standort einer Fachhochschule. Würde das nicht gut klingen? Die Kreis-SPD meint: ja. Die Sozialdemokraten wollen, dass es neben der FH Jülich einen weiteren Standort im Kreis gibt, am besten für Pflege, Pflegemanagement oder Pflegewissenschaften.

Die Kreisverwaltung soll nun ausloten, welche Möglichkeiten es gibt. SPD-Fraktionschef Josef Johann Schmitz kann sich eine Kooperation mit einer schon bestehenden Fachhochschule vorstellen, allein schon, weil die Neugründung einer FH „eher unwahrscheinlich ist“.

Das Thema ist nicht ganz neu. Als im Frühjahr 2015 ein Wirtschafts- und Strukturgutachten für die Stadt Düren vorgestellt wurde, forderte Professor Michael Gramm, einer der Autoren, einen akademischen Standort für Düren. Der Wirtschaftsgeograf sieht das heute noch so. Im Wettbewerb mit anderen Kommunen müsse sich die Stadt mehr Vorteile verschaffen.

Der Titel seines Gutachtens war mit Bedacht gewählt: „Düren muss sich neu er(finden).“ Gramm sagt, dass die Stadt mit Blick auf ihre Gesundheitswirtschaft gut aufgestellt sei. Neben der LVR-Klinik gibt es mehrere Krankenhäuser. Die Branche boomt und ist angesichts des demografischen Wandels zukunftsträchtig.

„Schwieriges Pflaster“

Auch wenn seit mehr als zwei Jahren darüber gesprochen wird, dass Düren ein Fachhochschulstandort werden könnte, hat sich seit dem nicht allzu viel getan, öffentlich jedenfalls nicht. Von einem „schwierigen Pflaster“ spricht Henner Schmidt.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Dürener Stadtrat sieht durchaus einen Sinn in den Überlegungen, „da es immer mehr zu einer Akademisierung der Pflegeberufe kommt“. Schmidt weiß von „einigen Gesprächen“, die es mit potenziellen Kooperationspartnern im süddeutschen Raum gegeben hätte. Attraktiv könnte Düren als Standort wegen der guten Anbindung an Köln und im Vergleich noch günstigen Mietpreisen sein.

Als Standorte einer FH-Dependance käme möglicherweise das Gelände der LVR-Klinik infrage, auf dem der Landschaftsverband und das Krankenhaus Düren ein gemeinsames Ausbildungszentrum für Pflegeberufe planen. Denkbar wäre auch ein Standort südlich des Bahnhofs. Auf der Münchener Immobilienmesse Expo wurden Pläne vorgestellt, wonach dort Dienstleistungs- und Geschäftsräume zusammen mit einem Hotel entstehen könnten.

Vorstellbar sei nicht nur ein FH-Standort, sondern auch ein Gründerzentrum für hochwertiges Handwerk, sagt Henner Schmidt mit Blick auf Düren als Industriestadt. Eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie soll mögliche Bedarfe näher beschreiben. Der Hauptgeschäftsführer der Dürener Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Thomas Hissel, sagte, dass die Win.DN das Thema bearbeite, noch sei aber nichts spruchreif.

SPD-Kreistagsmitglied Birgit Strack kann sich „akademische Weiterbildungseinrichtungen vorstellen“. Auch wenn nicht damit zu rechnen sei, dass schnell „Hunderte Studenten nach Düren kommen“, sollten die Optionen ausgelotet werden.

Düren als Standort einer Fachhochschule – bis es so weit ist, werden noch einige Semester vergehen.

Master-Abschluss in der alten Sparkasse möglich

Ein Versuch, Studenten nach Düren zu holen, ist kürzlich gescheitert. In der Stadt sollte das Freshman-Institut angesiedelt werden, das mehr als 80 ausländische Studenten, vor allem aus China, ein Jahr auf ihr Studium in Deutschland vorbereiten sollte.

Als Standort war unter anderem das alte Glashütten-Gelände (Peill & Putzler) im Gespräch. Im April 2015 hatte die Stadt mit der FH Aachen und dem potenziellen Investor einen Vertrag geschlossen. Im Sommer dieses Jahres zog die Dürener Wirtschaftsförderungsgesellschaft die Reißleine, weil das Projekt letztlich nicht finanzierbar war und für die Stadt ein zu großes Risiko dargestellt hätte.

Ganz ohne Studenten muss Düren aber nicht auskommen. Die Fachhochschule Aachen bietet einen MBA-Studiengang „Management und Entrepreneurship“ an, der sich an kommende Führungskräfte in der Wirtschaft richtet. Der Studiengang wird berufsbegleitend in der alten Stadt-Sparkasse am Markt in Düren angeboten und dauert drei Semester. Vorausgesetzt wird ein mindestens dreijähriges abgeschlossenes Hochschulstudium.

Die Kreis-SPD gibt den Anstoß für einen Studienort auch, weil Düren die „einzige Stadt dieser Größe in NRW“ sei, die keinen eigenen Hochschulstandort habe.

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