Kreis Düren - Studie besagt: Höchste Einkommen gibt es in Titz und der Eifel

Studie besagt: Höchste Einkommen gibt es in Titz und der Eifel

Von: vpu/ja
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Gehaltsvergleich: In Titz und der Eifel gibt es die höchsten Gehälter. Düren steht in der Studie eher hinten an. Symbolfoto: dpa

Kreis Düren. Geld allein macht nicht glücklich. Aber ein ordentliches Einkommen ist beruhigend. Was viele nicht wissen: Die Löhne und Gehälter der Bürger sind auch in den Heimat-Rathäusern der Beschäftigten eine wichtige Größe. Denn den Kommunen steht ein prozentualer Anteil an der Einkommenssteuer zu – von der Kaufkraft mit Blick auf den Handel vor Ort ganz abgesehen.

In dieser Hinsicht gibt es nach den aktuellsten Zahlen der Statistiker von IT NRW im Kreis Düren aus dem Jahr 2013 eindeutige Gewinner: In den Gemeinden Titz, Hürtgenwald, Langerwehe und in der Stadt Nideggen ist das Durchschnittseinkommen am höchsten. Düren bleibt dagegen eine arme Kirchenmaus.

Titz schießt sogar den Vogel ab und ist – nach Roetgen – die Kommune mit den zweithöchsten Einkommen (41.048 Euro) in der gesamten Region Aachen. Im Land belegt die Gemeinde aus dem Norden des Kreises Platz 48 – von 396. Düren ist in dieser Rangliste mit einem durchschnittlichen Einkommen von 30.828 Euro auf Platz 374 zu finden. Es sind die beiden Extremwerte.

Das kommt nicht ganz von ungefähr, denn die größeren Städte, zu denen Düren mit über 92.000 Einwohnern zweifelsfrei zählt, sind von einer bestimmten Sozialstruktur geprägt, die meist ungünstiger ist als auf dem Land: In urbaner Umgebung wohnen schlicht mehr Menschen mit geringeren Einkommen. „Wir sind zwar eine Mittelstadt, aber mit der Sozialstruktur einer Ruhrgebietsgroßstadt“, betont Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU) seit Jahren. Düren beheimate ein Drittel der Kreisbevölkerung, aber gleichzeitig zwei Drittel der staatlichen Transferleistungsempfänger.

Eine attraktive Wohnlage oder eine gute Verkehrsanbindung hingegen locken Gutverdiener an, was sich in der Statistik niederschlägt. Hürtgenwald kommt so auf 38.483 Euro, Nideggen auf 38.096 Euro, dazwischen rangiert aus dem Westen des Kreises Langerwehe (38.248 Euro), vor Merzenich, Kreuzau, Vettweiß, Jülich, Nörvenich und Inden.

Der Fall Titz – Eigenwerbung: „landläufig & vielfältig“ – ist eine Besonderheit. Die früher stark landwirtschaftlich geprägte Kommune liegt im Einzugsbereich des Großraums Düsseldorf und erfährt in den vergangenen Jahren verstärkt Zuzug aus diesem Ballungsraum, grenzt an den Rhein-Kreis Neuss und den Rhein-Erft-Kreis. In Titz sind viele Pendler zu Hause.

Bürgermeister Jürgen Frantzen (CDU) bewertet die jüngsten Zahlen so: „Den Menschen geht es in unserer Gemeinde auf höherem Niveau besser als im Rest des Landes. Das freut mich.“ Rat und Verwaltung wollen diese Effekte weiter nutzen. Frantzen: „Wir werden stetig daran arbeiten, dass sich bei uns junge und leistungsfähige Familien ansiedeln beziehungsweise keinen Grund haben, die Gemeinde zu verlassen.“

Düren versucht gegenzusteuern

Larue betont, dass die Stadt seit Jahren versuche, mit der Ausweisung hochwertiger Baugebiete gegenzusteuern. „Seit 2000 haben wir 30 neue Baugebiete entwickelt, um vor allem junge Familien aus der Mittelschicht anzulocken.“ Larue unterstreicht, dass die Sozialstruktur nicht von heute auf morgen verbessert werden könne. Das brauche Zeit. Daher setzt auch der Masterplan Innenstadt explizit auf höherwertige Wohnangebote, beispielsweise mit dem Bismarck-Quartier und auf dem ehemaligen Heyder-Gelände. Auch verweist Larue auf Maßnahmen „Am Wehr“ in Lendersdorf, am Cornetzhof und am Ortseingang von Birgel (ehemaliges Gärtnerei-Gelände).

Um die Einkommensentwicklung und damit die Kaufkraft in der Stadt zu verbessern, sei neben der Ausweisung von hochwertigen Baugebieten auch die Bildung ein entscheidendes Kriterium, betont Larue. „Wir müssen die jungen Leute so qualifizieren, dass sie gute und gut bezahlte Arbeitsplätze bekommen können.“ Dass hier noch viel Potenzial brach liegt, zeigt ihm zum Beispiel der Blick auf die vielen offenen Stellen im Handwerk. Wichtig sei auch der zweite Bildungsweg.

Im Vergleich des Jahres 2013 zum Jahr 2010 fällt auf, dass die Einkommen überall gestiegen sind – im Kreis Düren (+ 8,3 Prozent) allerdings nicht so stark wie im Land (+ 9,2 Prozent).

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