Heimbach - Studenten planen ein Inklusionshotel für das Gebiet „Über Rur“

Studenten planen ein Inklusionshotel für das Gebiet „Über Rur“

Von: Laura Huppertz
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So stellen sich Studenten das Inklusionshotel vor: Die Lösung mit Baumhaus-ähnlichen Gebäuden, ... Foto: Laura Huppertz
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... hier der Versuch, das Gelände wie ein Eifeldorf aussehen zu lassen. Foto: Laura Huppertz
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Eine weitere Idee: Ein Hotel mit dem Grundriss eines Klosters und gestapelten Etagen. Foto: Laura Huppertz

Heimbach. Was wäre, wenn Heimbach das Gebiet „Über Rur“ bebauen und es für den Tourismus erschließen würde? Wie könnte dies ganz konkret aussehen? Ein solches Gedankenspiel können sich die Heimbacher im Wasserinformationszentrum (WIZE) anschauen. Die dort ausgestellten Modelle zeigen eine mögliche Nutzung des Gebiets „Über Rur“.

Ein rechtsverbindlicher Bebauungsplan aus den 70er Jahren würde dies erlauben. In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Mittelhessen wurden 17 Architekturmodelle erstellt, die ein solches Vorhaben visualisieren und die Idee greifbarer machen. Neun sind bis zum 5. Januar im WIZE in Heimbach ausgestellt.

Prof. Peter Jahnen, der das Projekt betreut, hat diese Arbeit zum Master-Abschlussprojekt für seine Studenten erklärt. Drei Monate hatten diese Zeit, ihre Modelle zu entwerfen und zu bauen. Dabei hieß es, die Vorgaben von Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer (parteilos) zu berücksichtigen: Auf dem Gebiet „Über Rur“ soll nicht einfach nur ein weiteres touristisches Ziel entstehen, sondern etwas, das die Region stärkt. Ein Inklusionshotel ist das Ziel.

Es soll ein 100-Betten-Hotel werden, in dem Familien mit behinderten Kindern oder Paare, bei denen beispielsweise eine Person mobilitätseingeschränkt ist, Urlaub machen können. Auch ältere Menschen, die altersbedingt eingeschränkter leben müssen, sollen dort dann eine angenehme Zeit verbringen können. „Das Hotel soll ein Angebot für alle werden. Ein Urlaub für jedermann mit optimaler Betreuung und Unterbringung. Es soll Unterhaltungs- und Wellnessangebote für Beeinträchtigte und auch für die Angehörigen geben“, erläuterte Bürgermeister Cremer das Vorhaben.

Individuell anpassen

Ziel ist es, hier die Angebote individuell den einzelnen Personen anzupassen, um so einen gemeinsamen Urlaub zu ermöglichen. Der fortschreitende demografische Wandel hat zur Folge, dass die Bevölkerung immer älter wird – die passenden Urlaubsangebote sucht man allerdings auch mal vergeblich. Genau für diese Menschen soll das Inklusionshotel eine Anlaufstelle zur Erholung werden. Doch es soll noch mehr als nur Urlaub und Erholung möglich gemacht werden: Eine Wohngruppe für 15 bis 20 Menschen mit Behinderungen in der bis zu 30 Arbeitsplätze entstehen sollen, gehört zum Gedankenspiel. Die Inklusion soll also auf mehreren Ebenen erfolgen und eine ganzheitliche Leitidee sein.

Wie sich das Ganze architektonisch gestalten könnte, haben sich die 17 Studenten von Prof. Jahnen überlegt. Die Lösungen zeigen unterschiedliche Ansätze und Möglichkeiten, diese Vorgaben umzusetzen. So entschied sich Anja Hiemer für eine kompakte Lösung, die mit integrierten Wellnessbereichen auch ein Angebot an die Menschen der Region darstellt. Der Bau sorgt für kurze Wege und vereinfacht so den Urlaub für die Gäste. Das Gebäude soll sich in den Hang schmiegen und sich so der Umgebung und den natürlichen Hängen anpassen. Für ihr Modell erhielt sie den Förderpreis des Hessischen Baugewerbes.

Ganz anders löste Magnus Klein die Aufgabe. Er entwarf ein Eifeldorf, das dem typischen Dorfbild der Region entspricht. Das Hauptgebäude mit Rezeption und Empfangsbereich befindet sich in der Mitte der Dorfanlage, die als integriertes Hotel funktioniert. Die einzelnen Gebäude können in Zonen eingeteilt werden, die entweder für die Gäste zugänglich sind oder privat genutzt werden.

Blick in die Eifler Natur

Ein Entwurf nach einem Klostergrundriss lieferte Lena Krause. Ihr Modell besteht aus übereinander gestapelten Gebäudeteilen, die mit Kreuzgängen verbunden sind. Dadurch ergeben sich ein optimaler Blick aus jedem Zimmer in die Eifler Natur und schöne Rundgänge durch die verschiedenen Ebenen des Gebäudes. Dank des quadratischen Grundrisses hat das Gebäude einen Innenhof, der mit einer schlichten Gestaltung Ruhe ausstrahlen soll.

Eine weitere Lösung ist das Baumhaushotel von Lisa Reinertz. Ihr Modell gliedert sich nahtlos in die umgebende Natur ein, denn die vier Wohneinheiten befinden sich auf Höhe der Bäume. Eine Stütze bringt die Wohnetagen in die Lüfte. Außen besteht die Fassade komplett aus Glas und bietet allen Gästen und Besuchern einen tollen Ausblick auf die Natur und die Talsperre. Obwohl die Wohneinheiten so weit oben sind, sind alle behindertengerecht konzipiert und bieten verschiedene Freizeitangebote.

Leider waren die Studenten selbst bei der Eröffnung der Ausstellung nicht anwesend, dafür versuchte Prof. Jahnen, alle würdig zu vertreten und Fragen der Besucher zu den verschiedenen Architekturmodellen zu beantworten. Alle Beteiligten hoffen, so war es zu hören, dass die Ausstellung die Politik dazu anregt, noch einmal über die Bebauungspläne nachzudenken, und dass sich gegebenenfalls ein Betreiber finden lässt, der Alternativen realisieren könnte.

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