Studenten-Firma verkauft „mind-buddys”

Von: Bruno Elberfeld
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Johannes Wittgen, Bereichsleiter Heißmangel, und Studentin Tina Schönbrenner präsentieren das kleine, filzige Aufbewahrungssystem „mind buddy”. Foto: Elberfeld

Düren/Venlo. Alle Theorie ist grau und deshalb manchmal schwer verdaulich. Die bunten Produkte in Schwarz, Grün, Rot, Braun und Gelb von Tina Schönbrenner und dem Bereichsleiter Heißmangel der Rurtalwerkstätten, Johannes Wittgen, sind der Beweis, dass aus der Theorie etwas Schönes und Praktisches werden kann.

Zwei kleine Filztaschen, die auf einen Filz im Format 29 mal 13 Zentimeter aufgenäht sind. Aufgehängt wird dieser „mind buddy” an einer Metallöse im Durchmesser von vier Zentimetern. Verschiedene Dekors wie Perlen oder Filzaufkleber machen das Produkt noch attraktiver. Der „mind buddy” ist als „Aufbewahrungssystem” für die Wohnung gedacht, in das alles mögliche Kleingerät hineinpasst: Handys, Schlüssel, Geldbörse und vieles mehr.

Diese „mind buddys” beruhen auf einer Idee von 13 Studenten (11 weiblich, 2 männlich) der Hochschule für „International Marketing” (Fontys Internationale Hogeschool Economie) in Venlo. „Endlich konnten wir unser angelerntes Wissen in die Praxis umsetzen”, erklärt Tina Schönbrenner das Ziel des Projekts.

Im dritten Semester müssen die Studentinnen und Studenten aller Fachrichtungen in Fächer übergreifenden Kleingruppen diesen Weg in die Praxis einschlagen. „An einer deutschen Universität wäre ich untergegangen”, meint die Studentin aus Kreuzau-Boich, „weil es dort zu viele Freiheiten gibt. In Venlo ist es ähnlich wie in einer Schule, die jedem Lernenden Orientierung bietet.”

Die Studenten aus Deutschland, den Niederlanden und auch Syrien - Unterrichtssprache ist Englisch - entschieden sich nach einem langen Findungsprozess im September letzten Jahres für das kleine, bunte Filzobjekt, das sie selbst in Handarbeit zuschneiden und nähen müssen.

Bei diesem Prozess gibt es keine Hierarchie, hier müssen alle anpacken. Ansonsten ist die „Firma auf Zeit” aufgebaut wie fast alle Firmen dieser Welt: Ein General Manager und sein Stellvertreter koordinieren die Arbeiten der verschiedenen Abteilungen.

Die schwierigen Näharbeiten allerdings werden an den Industrie-Nähmaschinen in den Rurtalwerkstätten der Lebenshilfe in Düren geleistet. Johannes Wittgen zeigt sich hoch erfreut über diese Aufgabe: „Jede neuartige Arbeit eröffnet sowohl Betreuten als auch den Betreuern neue Perspektiven. Das Interesse an der Arbeit bekommt so einen kreativen Schub.” Um an das notwendige Geld für den Start der Firma zu kommen, wurden Aktien im Wert von je 20 Euro ausgegeben. „Der Wert der Aktien steigt, obwohl der „mind buddy” nur 5,99 Euro kostet”, lächelt Tina Schönbrenner.

Das Projekt wird Ende Juni auslaufen. Dann werden trotz globaler Finanzkrise die Gewinne ausgeschüttet. Verkauft wurden und werden die „Erinnerungstaschen” auf vielen Märkten der Euregio und über das Internet. „Ich möchte es noch einmal betonen”, sagte Tina Schönbrenner, „wichtig ist, dass das Produkt brauchbar ist und dass es ein handgemachtes Unikat aus Filz ist. Das gibt es so sonst nicht.”
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