Streit um Enten- und Vogelfutter im Burgauer Wald

Von: Christoph Lammertz
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Düren. Im Burgauer Wald gibt es Streit. Die Kontrahenten sind eine Rentnergruppe, die regelmäßig im Forst zu Gast ist, und der neue Dürener Stadtförster Rudolf Niehaus.

Während er beklagt, dass die Senioren unsachgemäß und zum Teil gesetzeswidrig Tiere füttern, fühlt sich die Gruppe bespitzelt.

„Herr Niehaus hat nichts Besseres zu tun, als uns stundenlang aus seinem Auto heraus zu beobachten und sogar zu fotografieren”, sagt Doris Wolff, ein Mitglied der Rentnergruppe. Man wolle sich das auf keinen Fall länger gefallen lassen. Auch dass der Förster von den Senioren an Bäumen aufgehängtes oder auf Bänken abgelegtes Vogelfutter wegräumt, ärgert die Gruppe um Doris Wolff. Schließlich sei es in einem so strengen Winter dringend nötig, die Waldtiere zu füttern.

Das sieht Stadtförster Niehaus anders. Die Senioren fütterten nicht fachgerecht, sagt er. Deshalb müsse er die Plastikdöschen mit Vogelfutter einsammeln. Am Ententeich sei das sicherlich gut gemeinte Füttern noch eine Nummer dramatischer. Das Futter lasse das Gewässer kippen, der Lebensraum für Fische werde zerstört. „Ich habe versucht, das dieser Seniorengruppe in aller Ruhe zu erklären. Leider bin ich nur beschimpft worden”, bedauert Niehaus. Er räumt ein, die Rentner danach „bewusst auffällig” beobachtet zu haben: „Ich hatte die Hoffnung, dass sie das zum Nachdenken animiert.”

Die Alternative sei gewesen, die Polizei einzuschalten. Das sei für ihn aber „der allerletzte Schritt”. Stattdessen werde er bald erneut auf die Gruppe zugehen - in der Hoffnung, dass die Senioren offen für sachliche Argumente sind. Er müsse in seiner Arbeit konsequent sein, betont Niehaus: „Einer meiner Schwerpunkte sind umweltpädagogische Angebote. Da kann ich nicht auf der einen Seite Kindern erklären, was im Wald verboten ist, und bei den älteren Leuten einfach wegsehen.”
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