Streit um die Zukunft der Annakirmes

Von: Sarah Maria Berners
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Aufschwung für die Annakirmes? Die „Ampel“-Koalition im Stadtrat möchte Veränderungen auf dem Kirmesplatz, weil ihr das bisherige Angebot zu langweilig geworden ist. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. Der „Ampel“-Koalition ist die Annakirmes zu langweilig geworden. Die politische Mehrheit der Rurstadt möchte dem großen Dürener Volksfest „neuen Schwung“ verleihen, es „attraktiver machen“ und „mehr Abwechslung“ ins Kirmestreiben bringen. „Auch der Bürger hat den Wunsch nach Veränderung“, sagt Hubert Cremer (FDP), Vorsitzender des Steuerausschusses, mit Nachdruck.

„Attraktiver gestalten kann man die Kirmes mit neuen Fahrgeschäften und mit einem etwas veränderten Platzaufbau“, unterstreicht Cremer. Er halte nichts davon, wenn eine Geisterbahn seit vielen Jahren am gleichen Platz zu finden sei. Das sei organisatorisch zwar einfach, aber eben auch wenig spannend.

Heute fallen Entscheidungen

Heute entscheidet der Ausschuss, der für die Auswahl der Schausteller zuständig ist, wer im kommenden Jahr auf dem Kirmesplatz stehen darf. Rund 1000 Schausteller haben sich für einen Platz beworben, rund 150 werden zum Zuge kommen. Wenn es nach der „Ampel“ geht, dann dürfen sich die Dürener auf acht Fahrgeschäfte freuen, die noch nicht an der Rur gewesen seien, darunter zwei Achterbahnen, eine große Überschlagschaukel und eine Rafting-Bahn mit drehenden „Booten“.

„Außerdem wäre ein Dreh-Aussichtsturm für unsere älteren Bürger schön, auch Steilwandfahrer haben sich beworben“, sagt Cremer. Neue Geschäfte habe es zwar auch in den vergangenen Jahren gegeben, aber eben nicht genug. Über persönliche Gespräche glaubt Cremer, attraktive Geschäfte an die Rur holen zu können. Dementsprechend will die „Ampel“ den Platzaufbau etwas variieren.

Aber darüber gibt es Streit. Nach Informationen unserer Zeitung hat es zwischen der „Ampel“ und dem Vermessungsamt der Stadt eine heftige Kontroverse gegeben. Die „Ampel“ kritisiert, dass die „Stadt immer das gleiche Raster“ wolle und für Veränderungen nicht offen sei.

Stefan Weschke, Fraktionsvorsitzender der CDU, bemängelt hingegen, dass die „Ampel“ einen „ungeheuren Druck auf die Verwaltung ausübe“ und nicht auf die „Expertise der Verwaltung“ und deren langjähriger Kirmeserfahrung eingehe. „Die Veränderungsideen der ‚Ampel‘ sind nicht zum Vorteil der Kirmes“, kritisiert Weschke. Gute Fahrgeschäfte würden gegen weniger gute getauscht. Zudem seien in den Plänen für den Platz Brandschutz, Leitungen und Infrastruktur nicht ausreichend beachtet. „Die Kirmes muss attraktiv bleiben“, sagt Weschke. „Auch wir sind für neue, attraktive Fahrgeschäfte, aber wir setzen auf ein gutes Miteinander und das Fachwissen der Experten.“

„Veränderungswille fehlt“

Steuerausschussvorsitzender Hubert Cremer und seine „Ampel“-Kollegen glauben zwar, dass ihr Plan alle Anforderungen erfüllt, sagten gegenüber unserer Zeitung aber, dass es sich um einen Entwurf handele. Für die Auswahl der Geschäfte sei der Steuerausschuss zuständig, für die Umsetzung das Vermessungsamt. Der dortige Verantwortliche für die Kirmes war am Mittwoch aus gesundheitlichen Gründen für unsere Zeitung nicht zu sprechen.

„Natürlich müssen wir dann sehen, was auf dem Platz möglich ist“, sagt Cremer. Und Verena Schloemer (Grüne) betont, dass die Ampel keinen Alleingang plane, sondern mit Stadt und CDU zusammenarbeiten wolle. Sie betont aber: „Mir fehlt der Veränderungswille bei der Stadt.“ Dabei bleibe ein Großteil der Stammbeschicker bestehen, man rede über einen geringen Satz von etwa acht Prozent, der verändert werden soll.

Cremer unterstreicht: „Niemand hat das Recht darauf, jedes Jahr wiederkommen zu dürfen. Selbst dann nicht, wenn er schon Jahre lang zur Annakirmes kommt.“

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