Streit endet mit Stichverletzung

Von: hp
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Düren. Weder zu seiner Person, noch zur Sache wollte sich ein 28 Jahre alter Mann aus Düren äußern, der sich vor dem Dürener Schöffengericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten hatte. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt.

Und zwar ohne Bewährung, zumal er über ein stattliches Vorstrafenregister verfügt und die Sozialprognose des Bewährungshelfers alles andere als positiv war.

Ausschlaggebend für die Verurteilung waren jedoch die Aussagen der beiden Zeugen, denn das Gericht unter Vorsitz von Dr. Stephan Ebeling war darauf angewiesen, deren Schilderungen wie Mosaiksteine zu einem Bild zusammenzufassen. Angesichts von reichlichem Alkoholgenuss unter den Beteiligten kurz vor der Tat – möglicherweise auch der Konsum von Drogen der im Methadon-Programm betreuen Protagonisten – war dies nicht immer ganz einfach.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 28-Jährigen vor, am 22. September vergangenen Jahres gegen 17.30 Uhr am Rudolf-Schock-Platz einem 34 Jahre alten Mann Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen im Brustbereich zugefügt zu haben. Das Opfer gab an, bei einer verbalen Auseinandersetzung in der Nähe des Bahnhofs zwei Mädchen helfend zur Seite gegangen zu sein. Ehe er sich versah, hatte er eine blutende Wunde am Oberkörper.

Allerdings konnte der 34-Jährige nicht sagen, wie er zu dieser etwa sieben Zentimeter langen Schnittverletzung gekommen war. Er sagte nur: „Ich denke, es war ein Mann.“ Ohne den Verursacher benennen zu können, hatte er sogar daran gedacht, „Schmerzensgeld zu verlangen“, dieses Ansinnen jedoch wieder aufgegeben. Zunächst hatte er die Verletzung nicht bemerkt. Nach sieben bis acht Flaschen Bier habe er plötzlich das Blut gesehen.

Konkreter wurde seine 36-jährige Lebensgefährtin. Sie schilderte, dass ihr Freund die Auseinandersetzung, an der der Angeklagte beteiligt war, schlichten wollte. Als die ganze Sache immer aggressiver wurde, habe sie die Polizei alarmiert. Andere aus der Szenerie, die das Geschehen aus etwa drei Metern Entfernung beobachten, riefen plötzlich: „Der hat den angestochen.“

Der Angeklagte sei daraufhin geflüchtet. Sie sei dann, mit der Polizei immer noch per Handy in Verbindung, mit einem gewissen Sicherheitsabstand dem Flüchtenden gefolgt, bis dieser von den Ordnungshütern festgenommen wurde. Das Opfer wurde zwei Tage stationär im Krankenhaus behandelt. Zu Wort kam auch der Bewährungshelfer. Allerdings fand dieser für den seit 2001 Drogenabhängigen, der mehrere Therapien abgebrochen habe, „keine positiven Hinweise“ für eine Sozialprognose. Diese Einschätzung sowie 13 Vorstrafen, ließen keinen Raum für eine Bewährungsstrafe.

Die Tatwaffe blieb verschwunden. Bei der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter, dass es unerheblich sei, ob es sich um ein Messer oder einen anderen Gegenstand handelte: „Die Verletzung stammt auf jeden Fall von einem gefährlichen Werkzeug, und nicht von einem Fingernagel.“ Mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr blieb das Gericht sechs Monate unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

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