Kreis Düren - Streckenweise nutzt die Rur den Uferradweg

Streckenweise nutzt die Rur den Uferradweg

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Zu nah am Wasser die Zelte aufgeschlagen: Die Rur trat wie hier auf dem Campingplatz „Felsenblick” am Donnerstag stellenweise über die Ufer.

Kreis Düren. Angeschwollen von Schmelzwasser und Regen, ist die Rur am Donnerstag im Dürener Land über die Ufer getreten. Bislang allerdings nur dort, wo sie es im Hochwasserfall auch soll: in den sogenannten amtlich ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten. Betroffen sind die Rurufer-Radwege und die an den Fluss grenzenden Freiflächen.

Dazu gehören beispielsweise Teile des Campingplatzes Felsenblick in Hausen, wo über manche Hollywood-Schaukel plötzlich die Rur schwappte. „Das ist aber noch gar nichts”, verkündete am Donnerstag Camper Dieter Kippern, der sicherheitshalber die Möbel in seinem Vorzelt aufbockte. Der Vorgarten seines Camping-Paradieses hatte sich in ein Schwimmbecken verwandelt. Totholz und Blumenkästen trieben vorbei.

„1988 ist das Staubecken übergelaufen. Das war ´ne Menge Wasser”, berichtete der Düsseldorfer. Seinem Nachbarn reichte es dennoch. Ohne Anglerhose kam er nicht mehr an seinen Wohnwagen. Beide Männer nahmen die Überschwemmung aber gelassen. Vielleicht, weil Camper ohnehin naturverbundene Menschen sind.

Der steigende Pegel der Rur war keine Überraschung: Der Wasserverband Eifel-Rur hatte Donnerstagnachmittag nach Rücksprache mit der Bezirksregierung Köln die Wasserabgabe ab dem Staubecken Heimbach auf das erlaubte Maximum von 60 Kubikmetern pro Sekunde erhöht. Bis dato wurden 40 Kubikmeter abgegeben. Vor dem Einsetzen der Schneeschmelze lag die Abgabe bei 17 Kubikmetern.

„Die Rur tritt stellenweise über die Ufer, aber es werden keine Orte überschwemmt”, versicherte Marcus Seiler vom Wasserverband. Bis zum Abend meldete auch die Leitstelle der Feuerwehr keinen einzigen Einsatz entlang der Rur im Südkreis. Die Campingplatzbetreiber unterhalb von Heimbach wurden am Donnerstagmorgen nach der Entscheidung vom Verband informiert, da viele Campingwagen und weitere Einrichtungen bis in direkte Ufernähe aufgestellt sind. „Dass dort Überschwemmungsgebiete amtlich ausgewiesen sind, ist allen bekannt”, sagte Marcus Seiler. Regressansprüche bei Beschädigungen seien daher ausgeschlossen.

Die Erhöhung der Abgabe aus dem Staubecken-System wurde nötig, da ergiebige Regenfälle viel Wasser in die Stauanlagen spülten. Nach Auskunft des Verbandes lief in allen Talsperren langsam auch der sogenannte Hochwasser-Rückhalteraum voll. Die vorgeschriebene Stau-Reserve für eventuellen Starkregen hätte ohne Öffnen der Schleusen nicht vorgehalten werden können. Alle Talsperren des Verbandes fassen 300 Millionen Kubikmeter Wasser, 50 Millionen Kubikmeter Reserve sind noch vorhanden. Hochwasser in den Orten entlang der Rur könne ausgeschlossen werden.

Derzeit fließen der Rurtalsperre Schwammenauel am Pegel Dedenborn und der Urfttalsperre am Pegel Gemünd etwa 120 Kubikmeter pro Sekunde zu. Da die Böden durch Regen und Tauwasser sehr feucht sind, können sie kein Wasser mehr aufnehmen - Niederschläge gelangen ungebremst in die Gewässer und lassen diese anschwellen. Trotz Maximalabgabe steigen die Talsperren weiterhin an. Die Oleftalsperre ist mit 14 von 19 Millionen Kubikmetern gefüllt. In der Urfttalsperre befinden sich 33 von 45,5 Millionen Kubikmetern und die Rurtalsperre weist einen Füllstand von 153 Millionen Kubikmetern bei einem Stauvolumen von 187 Millionen Kubikmetern auf.

„Wir können die Talsperren aber nicht schon im Herbst vorsorglich leerlaufen lassen”, sagt Marcus Seiler. Es müsse stets eine Wasserbevorratung für niederschlagsarme Zeiten sichergestellt werden. Will heißen: Ist die Talsperre im Herbst fast leer, kann es nach einem trockenen Winter in einem heißen Sommer mit der Wasserversorgung eng werden.
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