Streckenrekorde trotz giftiger Steigungen

Von: Kr.
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Der Streckabschnitt „Rodelbahn” beim langen Aufstieg auf die Sophienhöhe sieht zwar harmlos aus, verlangt den Läufern aber einiges ab. Vorne rechts im Bild: Florian Kirch vom Dürener TV, der schnellste Läufer in der Klasse Jugend A. Foto: Krol

Niederzier. Wenn am Tagebau der Berg ruft, sind die Läufer aus der Region nicht weit entfernt. Zum neunten Mal lud der TV Huchem Stammeln zum „Monte Sophia” ein. Rund 350 Läufer schickte Hans-Joachim Bertrams, der Leiter des Tagebaus Hambach, mit seinem Startschuss auf die Reise.

Sie nahmen das 28,6 km lange, teilweise schwere Geläuf rund um und auf der Sophienhöhe in Angriff.

Einer lief allen auf und davon. Das war Fahd Mellouk von der SG Düren 99, der nach 1:45:30,23 Stunden die Ziellinie am Sportplatz Niederzier überquerte und einen neuen Streckenrekord aufstellte. Der 31-Jährige kam mit den mäßigen äußeren Bedingungen und dem tiefen Boden am besten zurecht. Er diktierte von Beginn an das Tempo. Dass er trotz dieser Voraussetzungen den alten Rekord aus dem Jahr 2002 von Christian Fischer (1:54:58) unterbot, freute ihn besonders.

„Es ist zwar nicht einfach, ganz alleine zu laufen, aber es gehört zu einem Lauf wie diesem hier dazu. Der tiefe sandige Boden und die Windverhältnisse können schon mal arg sein. Aber mir hat es heute viel Spaß gemacht,” freute sich Mellouk, der in diesem Jahr von Bayer Leverkusen zur SG Düren 99 zurückgekehrt ist. Zweitschnellster war Manuel Skopnik in 1:48:45,98 Stunden vor Markus Breuer von Bergwacht Rohren. Schnellste Frau im Feld war Claudia Leschnik (Alem. Aachen) in 2:05:30,24 Stunden; ebenfalls Streckenrekord. Sie verwies Birgit Lennartz (LLG St. Augustin) und Florence Kostrzewa (VfR Unterbruch) auf die Plätze.

Beim kleinen Bruder des großen Laufes, dem „Montelino” über 8,6 Kilometer siegte Martin Pelzer von der Aachener TG in der Rekordzeit von 30:51,42 Minuten. Die weiteren Plätze gingen an zwei Lokalmatadore. Frank Paschke vom Dürener TV erkämpfte sich den zweiten Rang vor Holger Lengersdorf vom TV Huchem-Stammeln. Bei den Frauen meldete sich die Jülicherin Svenja Jütte (Team Pirate Juliacum) eindrucksvoll zurück. Die mehrmalige „Montelino”-Siegerin gewann in 36:47,12 Minuten vor Helene Kohlen (Germania Dürwiß) und Vera Telemann (TV Huchem-Stammeln).

Die Abraumhalde zwischen Jülich und Düren sieht zwar auf den ersten Blick harmlos aus, aber sie hat es in sich und wartet mit einigen Tücken für die Athleten auf. Giftige Steigungen zieren ihren Weg wie die „Rodelbahn”, die im Läuferjargon als klein und gemein bezeichnet wird, oder die so genannte „Blutstrecke” zwischen Kilometer zwölf und 17, die sehr kräftezehrend ist und den Puls in heftige Wallungen bringt.

Ein ehemaliger Teilnehmer taufte den Streckenabschnitt so, nachdem er auf den recht lang gezogenen Kehren „Blut und Wasser” geschwitzt hatte. Ob die Teilnehmer bei den sich anschließenden Aussichtspunkten Zeit und Muße hatten, den Blick über das Dürener Land zu genießen, sei dahingestellt. Am höchsten Punkt der Sophienhöhe, dem Römerturm, erreichten die Aktiven 290 Meter über Normalnull. Nachdem die Läufer den Scheitelpunkt passiert hatten, ging es nur noch bergab bis zum Ziel am Sportplatz Niederzier.

Mit seinen rund 80 Helfern hatte der TV Huchem- Stammeln wieder einmal ganze Arbeit geleistet und die besten Voraussetzungen für den Berglauf geschaffen. „Mit so einem großen Starterfeld können wir als Veranstalter sehr zufrieden sein. Dass ein Dürener hier dann noch so einen starken Lauf gezeigt hat, ist beeindruckend,” resümierte Gregor Maxrath, der 1. Vorsitzende des TV Huchem Stammeln.
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