Strauchelnde Ich-AGs: Theatergruppe löst in Lüxheim Lachsalven aus

Von: bel
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Die Theatergruppe der „Natur- und Kulturfreunde Kelz“ löste in der Bürgerhalle Lüxheim Lachsalven aus. Foto: bel

Lüxheim. Die Bürgerhalle Lüxheim war an am Wochenende gleich drei mal ausverkauft. Eingeweihte kannten die Ursache: Die Theatergruppe der „Natur- und Kulturfreunde Kelz“ sorgte auf der Bühne der Lüxheimer Halle für ordentlichen Wirbel.

Unter der Spielleitung von Hans-Peter Lennartz, der in dem Stück die Rolle des Gemeindeboten spielte, hatte sich die Theatergruppe „So ein Frisör hat‘s schwör“ ausgesucht – und Namen, Lokalitäten und Geschehnisse aus der Gemeinde Vettweiß hinzugefügt. Der Originaltext stammt aus der Feder von Peter Durke.

Friseurmeister Heinzi Pieler (Karl-Josef Zimmermann) hat nahezu nichts zu tun. Stammkunden sterben weg, neue lassen sich nicht akquirieren. Eine Geschäftsidee muss her. Gestärkt von einer täglichen Flasche Wein aus dem Vettweißer Weinberg seines Freundes Jüppchen Jilles (Fritz Weyers), überlegt Heinzi, was zu tun ist. Ein Feldversuch mit einer Paste zur Damenbartentfernung, erfunden von Großvater Pieler, schlägt bei Ehefrau Käti Pieler schrecklich fehl.

Da hat Jilles‘ Sohn Manfred (Lothar Strack) eine Idee: Die vielen leerstehenden Räume in dem großen Pieler-Haus werden an Gewerbetreibende vermietet. „Man muss die Synergie-Effekte in diesem Haus optimal ausnutzen“, lautet Jilles‘ Motto. Lilo Geißler (Silke Heinze) möchte ein Tattoo- und Piercing-Studio betreiben. Sie hat mal in einem Tattoo-Studio an der Kasse gearbeitet. Bruno Jilles (Reiner Müller), Bruder von Jüppchen, hat in Indien Yoga und Kreistanz gelernt. Er eröffnet mutig ein Yoga-Studio. Die Schwestern von Käti Pieler, Waltraud (Anneliese Frings) und Burgunde (Marion Fuß) Faßträger versuchen eine Kombination von Sonnenstudio und Thai-Massage.

Cordula Pieler (Annie Vogel), Heinzis Ex-Schwägerin, möchte erotisierende Schokolade an den Mann bringen. Sie hat sie, das stellt sich später heraus, mit Viagra versetzt. Alle Ich-AGs straucheln, bevor sie überhaupt Tritt fassen. Kündigungen werden geschrieben, bis ein Schweinemäster aus Kelz das Mittel zur Damenbartentfernung vermarkten möchte.

Die Schweineborsten lassen sich damit bei den „Kotelett-Trägern“ vorzüglich beseitigen. Dreh- und Angelpunkt der Aufführung war Heinzi Pieler alias Karl-Josef Zimmermann, der authentisch und wuchtig beim Publikum ankam. Publikum und Akteure waren sich recht nahe. Wenn die Souffleuse bei Texthängern nicht schnell genug war, kamen die Sätze schon aus dem Publikum, das von der Aufführung begeistert war.

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