Strafe auf Bewährung nach gescheitertem Sektdiebstahl

Von: hp
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Niederzier/Düren. Die letzte Silvesterfeier hatte sich ein 27-jähriger aus Georgien stammender Mann sicher anders vorgestellt. Am letzten Tag des vergangenen Jahres hatte er in einem Getränkemarkt in der Gemeinde Niederzier drei Flaschen Krimsekt unter seine Jacke gesteckt. Pech für ihn, denn er wurde bei der Tat beobachtet.

Die Ladenbesitzerin hielt ihn fest und rief Mitarbeiter zur Hilfe. Der ertappte Dieb wehrte sich, trat und schlug um sich und verteilte einige Kopfstöße. Das alles half ihm nicht. Nach einer halben Stunde kam die Polizei, die den 27-Jährigen in Gewahrsam nahm. Am Neujahrstag erließ ein Richter Haftbefehl. Aus der Haft wurde er jetzt, neun Wochen später, dem Dürener Schöffengericht vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm räuberischen Diebstahl und Körperverletzung vor.

Der Angeklagte gab sich vor Gericht reumütig und räumte ein, den Diebstahl geplant zu haben. Als er bemerkte, dass er beobachtet wurde, habe er nach eigenem Bekunden vorgehabt, eine Flasche zu bezahlen und die anderen zurückzustellen. Dazu sei es aber gar nicht mehr gekommen, weil man ihn festgehalten habe. Nach seinem Geständnis konnte das Gericht auf die Vernehmung der Zeugen verzichten. Der Angeklagte entschuldigte sich – übersetzt von einer Dolmetscherin – bei ihnen.

Beim Blick in das Vorstrafenregister stellte das Gericht unter Vorsitz von Richterin Anne Utzelmann fest, dass der 27-jährige wegen ähnlicher Eigenturmdelikte bereits viermal zu Geldstrafen verurteilt worden war. Die waren für den Staatsanwalt wesentlicher Grund, ein Jahr und zwei Monate ohne Bewährung zu beantragen.

Verteidiger Holger Dassler hatte mit Hinweis auf den geringen Wert der Beute (32,97 Euro), das von Reue getragene Geständnis und die Entschuldigung eine milde Bewährungsstrafe beantragt. Das Gericht gab dem 27-Jährigen „noch einmal eine Chance“, um die dieser im Schlusswort gebeten hatte. Es verurteilte ihn wegen räuberischen Diebstahls in einem minderschweren Fall sowie Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

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