Stolpersteine verlegt: Das Gedenken an einen jüdischen Viehhändler

Von: gkli
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Am Freitag wurden in Nideggen (Bild) Embken und Wollersheim Stolpersteine verlegt, die an jüdische Mitbürger Foto: gkli

Nideggen. „Wir möchten die Menschen mit diesen Steinen in die Gesellschaft zurückholen“, sagte am Freitagmittag Franz-Josef Brandenburg auf der Straße Breversgraben im Ortskern von Nideggen. Brandenburg ist Initiator der Verlegung der Stolpersteine in der Kommune, zudem ist er Chronist.

Mit seiner Frau trug er 1989 eine Dokumentation über die Juden zusammen, die zu Kriegszeiten in der Stadt lebten. 2002 wurde auf seine Anregung hin eine Gedenktafel am Rathaus angebracht.

Nun konnte er in Zusammenarbeit mit der Verwaltung den Kölner Künstler Gunter Demnig engagieren, in Embken, Wollersheim, Nideggen und Schmidt zunächst 19 von 43 Stolpersteine zu verlegen.

Ein zweiter Verlegungstag ist für Mitte 2016 anvisiert.

Die zehn mal zehn Zentimeter großen, beschrifteten Metallplatten auf Stein erinnern an jüdische Mitbürger und ihr Schicksal.

Am heutigen Beversgraben in Nideggen, der früheren Bahnhofstraße, lebte beispielsweise der jüdische Viehhändler Emil Schlächter mit seiner Familie. Verheiratet war er mit Kunigunde Fromm aus Gürzenich, das Paar hatte drei Kinder.

1941 wurde Emil Schlächter zunächst nach Düren in die Gerstenmühle gebracht, dann nach Kirchberg bei Jülich in die Villa Büth, damals ein sogenanntes Judenhaus.

1942 wurde er nach Izbica deportiert. Sowohl er als auch seine Frau wurden am 31. Dezember 1945 für tot erklärt.

Dieter Weber, der Allgemeine Vertreter der Nideggener Bürgermeisterin Margit Göckemeyer, begrüßte die Männer und Frauen, die zu dieser Premiere gekommen waren, und honorierte die Gedenkveranstaltung. Mitglieder des Kirchenchores St. Johannes Baptist bereicherten die Verlegung der Stolpersteine in der ehemaligen Herzogstadt musikalisch.

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