Düren/Langerwehe - Stolpersteine erinnern an Opfer der Naziherrschaft

Stolpersteine erinnern an Opfer der Naziherrschaft

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
Gegen das Vergessen: Der Köln
Gegen das Vergessen: Der Kölner Künstler Gunter Demnig setzte gestern Stolpersteine ein.

Düren/Langerwehe. Die Geschichten, die hinter den kleinen Stolpersteinen stecken, lassen auch heute noch jedem, der sich damit beschäftigt, den Atem stocken. Der Kölner Künstler Gunter Demnig war am Montag in Düren und Umgebung zu Gast, um Stolpersteine zu verlegen, mit denen der Opfer der Naziherrschaft gedacht wird.

An fünf Stellen entlang der Langerweher Hauptstraße wurden Steine verlegt. Hauptstraße 83: Levy und Hedwig Höxter betrieben bis 1938 ein Textilgeschäft. Von Tochter Ruth, die in Berlin studierte, fehlt jede Spur. Tochter Erika wanderte nach Palästina aus. Levy, Hedwig und Schwägerin Anneliese wurden 1942 nach Izbica deportiert.

Josef Levy arbeitete als Metzger auf der Hauptstraße 64. Albert Levy war Kaufmann. Beide wurden deportiert und ermordet.

Jonas und Franziska Jakobs betrieben in der Hauptstraße 115 eine Metzgerei. Das Ehepaar kam mit den Kindern Marianne und Josef nach Auschwitz. Dort wurden sie ermordet. Josef starb in Minsk.

Hauptstraße 185: Else und Josef Levy waren Inhaber des Geschäfts Wertheim & Nathan. Sie wurden in Auschwitz ermordet, ihre Tochter überlebte.

Hauptstraße 189: Meier und Irma Wallach und ihre Söhne Manfred und Max waren bis zu ihrer Deportation 1941 in Langerwehe. 1945 wurde die Familie vom Amtsgericht Düren für tot erklärt.

„Es darf nicht vergessen werden. Vielleicht stolpern ja einige Menschen darüber”, sagte Christa Wolske, die mit ihrem Mann einen Stein gesponsert hat. In München hatte sie vor einigen Jahren das Projekt Stolpersteine kennengelernt und nach ihrem Umzug auch bei der Gemeinde Langerwehe angeregt. Daher war sie froh, dass die Langerweher Gruppe der kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland) im Frühjahr zu einer Infoveranstaltung einlud, um das Projekt in Langerwehe anzukurbeln.

Sponsoren für die 18 Steine waren schnell gefunden. Marie-Theres Jung, Vorsitzende der kfd-Langerwehe, hatte zuvor immer wieder Geschichten gehört. „Ich wusste gar nicht, dass es hier so viele jüdische Bürger gegeben hat”, erklärte sie.

Das eigentliche Prozedere dauerte stets nur wenige Minuten. Der Künstler hob die alten Steine aus dem Boden und setzte die mit einem Messingschild versehenen Stolpersteine ein. Die Fugen wurden mit etwas Sand verdichtet, und schon war er fertig.

Bereits am Vormittag hatte Demnig Steine in Rölsdorf, Lendersdorf und Gürzenich verlegt. Der Gesamtpfarrgemeinderat der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Elisabeth hatte dort für die Umsetzung gesorgt. Am Hotel Jägerhof an der Monschauer Straße in Rölsdorf und in Lendersdorf am Haus Hauptstraße 108 wird der jüdischen Familie Roer gedacht. In Gürzenich, Schillingsstraße 152, wurde ein Stein in Gedenken an Familie Baum eingesetzt.
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