Stimmauszählung: „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“

Von: ja/smb
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Kreis Düren. Die Wahllokale schließen am Sonntagabend um 18 Uhr. Bis aber erste Ergebnisse der Bürgermeister- und Ratswahlen feststehen, wird es dauern. „Leider sind die Wahlvorstände in den Wahllokalen gesetzlich gezwungen, erst die Europawahl und dann die Kreistagswahl auszuzählen“, erklärt Dürens Wahlleiter Harald Sievers das Prozedere, das in allen Städten und Gemeinden gleich ist.

Erst wenn die grauen Stimmzettel der Europawahl und die rosafarbenen der Kreistagswahl abgearbeitet sind, wird es auf lokaler Ebene spannend. In Düren rechnet Sievers mit ersten Ergebnissen aus den Wahlbezirken ab 20 Uhr, mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erst zwischen 21 und 22.30 Uhr.

Briefwahl liegt im Trend

Ab 20 Uhr (Einlass 18 Uhr) wird Dürens Wahlleiter die Ergebnisse auf einer Großleinwand im Haus der Stadt präsentieren. Erstmals wird das Dürener Wahlteam gegen 20 Uhr eine – wenn auch nicht repräsentative – Prognose veröffentlichen. In drei Stimmbezirken der Stadt, in denen die Stimmenverteilung bei der Kommunalwahl 2009 am nächsten am Gesamtergebnis gelegen hat, werden zusätzliche Auszähler eingesetzt.

„Die Zahl der Briefwähler ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen“, berichtet Bürgerbüroleiter Hans-Jörg Feltes. Bis zum Freitag hatten 8940 Dürener ihre Kommunalwahlstimme abgegeben, deutlich mehr als 2009 (7762). Und in Düren wird noch ein Trend deutlich: Die Europawahl profitiert spürbar von der Kommunalwahl. Für die Wahl zum Brüsseler und Straßburger Parlament haben in Düren bis Freitag knapp 8800 Wähler ihre Stimme abgegeben. bei der vergangenen EU-Wahl waren es insgesamt nur 4700 Briefwähler.

Und wie sieht es in den übrigen Städten und Gemeinden aus? Dort liegt der Anteil an Briefwählern meist zwischen 15 und 20 Prozent. Zum Beispiel in Heimbach haben rund 20 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme schon per Briefwahl abgegeben. Einen Grund für diesen hohen Anteil hat Peter Boje ausgemacht: Aus einem Ort, in dem Kommunion gefeiert wird, würden viele diese Wahlmöglichkeit nutzen. „Die Zunahme ist ein allgemeiner Trend“, sagt Helge Drewes-Jansen von der Kreuzauer Gemeindeverwaltung. Dort hatten bis zum Freitag Morgen bereits 2530 von 14.942 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. In Vettweiß hat sich die Zahl der Briefwähler im Vergleich zur vergangenen Kommunalwahl auf jetzt von 860 auf 1198 bis Freitag Mittag erhöht und war damit ähnlich hoch wie bei der Bundestagswahl. In Nideggen hatten von 8546 Wahlberechtigten schon 1771 bis Freitag Morgen gewählt. „Von den beantragten Briefwahlen kommen fast alle auch wieder zurück“, ordnet Dieter Weber, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, ein.

Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch fürchtet, dass es bei den Briefwahlen einige ungültige Stimmen geben könnte, da angesichts des komplexen Vorgangs und der vielen Farben von Umschlägen und Stimmzetteln sicherlich Fehler unterlaufen seinen.

Die Wahlhelfer haben am Sonntag viel zu tun. Exemplarisch erklärt Peter Boje das Prozedere in der Stadt Heimbach: Ab 14 Uhr dürfen im Briefwahlzentrum die ersten Umschläge geöffnet werden. Dann prüfen die Wahlhelfer die eidesstattlichen Versicherungen und die Wahlberechtigung. Die zwei Umschläge mit den Stimmzetteln, einer für die Kommunal- und einer für die Europawahl, bleiben noch verschlossen. Die Umschläge für die Kommunalwahl werden dann entsprechend der Wahlbezirke in Urnen einsortiert und später zu den entsprechenden Wahllokalen gebracht, wo sie ausgezählt werden. Die Europa-Wahl-Stimmen, die per Post eingesendet wurden, werden zentral ausgewertet.

In allen Rathäusern und in der Bürgerbegegnungsstätte in Vettweiß sowie im Kreishaus werden die Ergebnisse „live“ und öffentlich präsentiert. Zwischen 18 und 19 Uhr werden dort die ersten Besucher erwartet. „Aber auch wenn die Leute natürlich gespannt sind: Wir haben unseren Wahlhelfern gesagt, dass es nicht auf die Schnelligkeit, sondern auf die Gründlichkeit ankommt“, betont Dieter Weber.

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