Stockheim - „Stille Nacht“ im dynamischen Jazzkleid

„Stille Nacht“ im dynamischen Jazzkleid

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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Unter der Leitung von Peter Blum gastierten der MV Erika und die Swingin´ Trumpets in der Pfarrkirche Stockheim. Foto: bel

Stockheim. Zum letzten Konzert in ihrem Jahreskreis spielten die Musiker der Musikvereins (MV) Erika Drove in der neuen Kirche in Stockheim. Moderator Manfred Baur begrüßte die Gäste in der Kirche verhalten, denn Stockheim war für den MV Erika und die „Swingin‘ Trumpets“ Neuland.

Und auf fremdem Boden bewegt man sich eben vorsichtig. Doch diese Vorsicht war überflüssig, denn das Publikum in der Stockheimer Pfarrkirche „ging während des Konzerts mit“, applaudierte ob der sehr guten Leistungen Musiker, klatschte und applaudierte gegen Ende der Veranstaltung stehend. Was Dirigent Peter Blum mit seinen Leuten auf den Programmzetteln verewigt hatte, war eine ausgeklügelte Mischung aus musikalischer Tradition und neuen, fetzigen Kompositionen, die die Menschen in den Kirchenbänken berührten.

Mitsinglieder

„Tochter Zion“ und „Oh, du fröhliche“ waren die Mitsinglieder für die Besucher. Sie übernahmen die Rolle des althergebrachten Weihnachtsfestes. Andere Beiträge wie der „Jingle Bell Rock“ oder gar die verjazzte Form von „Silent Night“ ließen die Ohren aufhorchen, gibt es doch Werke zu Weihnachten, die modern und dynamisch daherkommen. Bei „Silent Night“ waren ungewohnte Disharmonien eingebaut, die die Passagen der ursprünglichen Melodie umspielten.

Das Ziel des Komponisten? Auf ein Weihnachten hinzuweisen, das nicht nur lieblich ist, sondern auch parallel zu Krieg und Elend stattfindet. „Prelude to Christmas“ und „Do they know it´s Christmas?“: Auf diese Frage ging Manfred Baur, der wie immer kenntnisreich und humorvoll Historie und Entstehungsgeschichte der einzelnen Werke kommentierte, des Öfteren ein. Einprägen durch Wiederholung spielte auch eine Rolle. Schließlich wissen wir alle, dass Weihnachten vor der Tür steht, oder?

Peter Blum und seine Mitstreiter nahmen die Gäste mit weltlichen und kirchlichen Melodien mit auf eine Abenteuerreise. Bekannte Ohrwürmer wie „One Moment in Time“, „Black Forest“ und „Love changes Everything“ ließen die Menschen innehalten, einige Augenblicke zur Ruhe kommen, vielleicht auch neue Gedanken denken.

Die „Kids“, so wird der Nachwuchs des Musikvereins immer noch genannt, interpretierten gekonnt „Jingle Bells“ und „Rudolph, the red nosed Reindeer“, die Geschichte von einem Rentier, das lange Zeit wegen seiner roten Nase gehänselt, später jedoch eine verdiente Karriere als „Nebelscheinwerfer“ beim Nikolaus macht. „Der Nachwuchs ist“, erklärte Manfred Baur, „der ganze Stolz unseres Vereins.“

Großes Können

Ab und zu konnte sich das Gros der Musiker ausruhen, wenn Solisten aus ihren Reihen am Werk waren: Peter Blum, von Hause aus Trompeter in der Bigband der Bundeswehr“ demonstrierte immer wieder sein großes Können mit der Trompete. „Angels“ – ein Stück für Carina Baur am Klavier und Sven Blumenthal mit der Posaune, eine Interpretation von nachhaltiger Empathie.

Die obligatorische Weihnachtsgeschichte trug angesichts vieler Prominenz aus Gemeinde und Kirche, unter ihnen Pfarrer Georg Scherer, Svenja Michna vor. Ein kleiner, vergessener und verhunzter Tannenbaum wird zum Schmuckstück und erfreut Kinderherzen.

Fazit: Der MV Erika und die „Swingin‘ Trumpets“ lieferten ein Konzert, über das ein ehemaliger Musikpädagoge und Kantor unmittelbar nach dem Konzert sagte: „Perfekt! Trotz großer Aufmerksamkeit habe ich nichts Falsches vernommen!“

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