Stiftungen haben für internationales Renommee gesorgt

Von: kin
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Düren. Genaue Summen über den Wert der Stiftung möchten Dr. Renate Goldmann und Hubertus Schoeller nicht nennen. Nur so viel sagt die Leiterin des Leopold-Hoesch-Museums in Düren: „Die drei Stiftungen und der Museumsverein sind die tragenden Säulen unseres Hauses.“

Es war vor 14 Jahren, als der damals 61-jährige Hubertus Schoeller der Stadt Düren beziehungsweise dem Leopold-Hoesch-Museum Teile seiner Sammlung überlassen hat. 1500 Kunstwerke von 70 Künstlern hat Schoeller dem Museum in seiner alten Heimatstadt gestiftet. In den vergangenen Jahren hat er immer wieder neue Werke für das Museum angeschafft. Bürgermeister Paul Larue (CDU) hat jüngst einen Leihvertrag unterzeichnet, mit dem Schoeller dem Museum weitere Kunstwerke aus seiner Sammlung als Leihgabe zur Verfügung stellt.

Zusätzlich wurden eine Vereinbarung über die Zustiftung weiterer Werke und eine offizielle Bestätigung des Stiftungsbestandes unterzeichnet. „Ich möchte, dass die Dinge geregelt sind“, sagt Schoeller. „Wer weiß, wie lange ich noch lebe.“

Die Hubertus-Schoeller-Stiftung ist eine von drei Stiftungen des Dürener Museums, die sich überwiegend um den Sammlungsbestand kümmert. Die Günther-Peill-Stiftung vergibt regelmäßig einen Preis und unterstützt zwei Stipendiaten, was insgesamt eine finanzielle Unterstützung von 100.000 Euro bedeutet. Die Nikolaus-Dahlmann-Stiftung eines Hamburger Mediziners vergibt einen mit 5000 Euro dotierten Preis.

Grundsätzlich, betont Dr. Goldmann, würden Stiftungen eine große Wertschätzung der Arbeit eines Museums bedeuten. „Der Sammler vertraut seine Kunst dem Museum an.“ Die Hubertus-Schoeller-Sammlung habe dafür gesorgt, dass das Leopold-Hoesch-Museum nicht nur regional Renommee erlangt habe. Goldmann: „Der Otto-Piene-Lichtraum ist eines der Aushängeschilder, der uns international bekanntgemacht hat.“

Künstlergruppe Zero

Schoeller, der mehr als vier Jahrzehnte eine Galerie in Düsseldorf hatte, hat sich Zeit seines Lebens Otto Piene und der Kunst der Düsseldorfer Künstlergruppe Zero verschrieben. Zero wurde 1958 von Heinz Mack und Otto Piene gegründet, später kam Günther Uecker als drittes Kernmitglied dazu.

Die Zero-Künstler waren drauf bedacht, sich von allem Nachkriegsballast freizumachen und mit ihrer puristischen Ästhetik einen Neuanfang in der Kunst zu schaffen. Die Werke sind bestimmt von Stille, Licht und Einfachheit. Mittlerweile erzielen Arbeiten von Zero-Künstlern bei Auktionen höchste Preise. Werke aus der Sammlung von Hubertus Schoeller wurden schon im New Yorker Guggenheim-Museum präsentiert.

„Das Leopold-Hoesch-Museum“, sagt der Kunstexperte, „ist ein sehr guter Ort für meine Sammlung.“ Zum einen, weil es in seiner Heimatstadt steht, zum anderen, weil sich die Architektur des Hauses wunderbar zurücknehmen würde und die Kunst in den Vordergrund rücke. „Außerdem ist das Leopold-Hoesch-Museum ein sehr lebendiges Haus. Sie glauben gar nicht, wie oft ich darauf angesprochen werde.“

Die intensiven Diskussionen um die Besucherzahlen des Museums hat Schoeller selbstverständlich verfolgt, wirklich nachvollziehen kann er sie nicht. „Ich halte es generell für einen Fehler, dass Museen nur an ihren Besucherzahlen gemessen werden und deswegen dauernd irgendwelche Blockbuster-Ausstellungen machen müssen.

Eine Monet-Ausstellung, die 15.000 Besucher anlockt, geht nicht in die Kunstgeschichte ein. Ausstellungen und Häuser mit einem Alleinstellungsmerkmal haben auch in 100 Jahren noch ihre Berechtigung.“

Ihm sei wichtig, dass die Sammlung nicht im Museums-Depot verschwinde, sondern gezeigt werde. „Das ist in diesem lebendigen Museum der Fall. In den vergangenen acht Jahren hat es mehr als 20 Ausstellungen mit Kunstwerken meiner Sammlung gegeben. Viele sind als Leihgaben für Ausstellungen in andere Häuser unterwegs. Das gefällt mir.“

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