Sternsinger: „Viele freuen sich, wenn wir kommen“

Von: Sandra Kinkel
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Elena, Annik, Theresa und Anne sind begeisterte Sternsinger. Die Mädchen finden es wichtig, sich für Kinder in Not einzusetzen. Foto: S. Kinkel

Düren. Elena (10), Annik (11), Theresa (10) und Anne (10) hatten am Freitag ziemlich viel zu tun. Den ganzen Tag waren die vier Mädchen, genau wie übrigens 46 andere Kinder der katholischen Pfarrgemeinde St. Lukas in Düren, unterwegs, um mit Kreide oder mit Hilfe eines Aufklebers „20C+M+B17“ an Haus- und Wohnungstüren zu platzieren.

Elena, Annik, Theresa und Anne sind Sternsinger – und das mit sehr großer Begeisterung. „Die meisten denken, dass das, was wir an die Tür schreiben ‚Caspar, Melchior und Balthasar‘ bedeutet, weil so die Heiligen Drei Könige geheißen haben“, sagt Theresa. „Das stimmt aber nicht. Die Buchstaben sind die Abkürzung für ‚Christus mansionem benedicat‘. Und das heißt auf Deutsch ‚Christus segne dieses Haus‘. Weil die Heiligen Drei Könige Jesus Frieden und den Segen gebracht haben.“

In zehn Gruppen waren Theresa und die anderen Sternsinger am Freitag unterwegs, jede Gruppe hat an mindestens 30 Haustüren geklingelt. „Natürlich ist das anstrengend“, sagt Anne, „vor allem, weil es auch so kalt draußen ist. Aber es macht auch jede Menge Spaß.“

Die meisten Leute, die am Freitag Besuch von den Sternsingern bekommen haben, haben sich dafür vorher extra angemeldet. „Es hat früher Menschen gegeben“, sagt Betreuerin Heike van de Sand (21), „die nicht wirklich nett zu den Sternsingern waren. Deswegen wurde das System mit den Anmeldungen eingeführt. Aber die meisten Leute besuchen wir seit vielen Jahren.“

Hilfe für Turkana

Die Sternsinger bringen nicht nur den Segen, sie sammeln auch Geld. Eine der Regionen, die in diesem Jahr unterstützt wird, ist Turkana im Nordwesten von Kenia. Turkana ist eine der trockensten Regionen der Welt, es regnet nur sehr selten. „Ich finde es wichtig, anderen Kindern zu helfen, denen es nicht so gut geht“, sagt Anne.

Die meisten Leute, erzählt die Schülerin weiter, würden sich „sehr über ihren Besuch freuen“. „Dann dürfen wir sogar reinkommen und etwas trinken.“ Manchmal, weiß Theresa, empfangen die Leute die Kinder mit offenen Armen. „Und die erzählen uns dann auch viel. Das ist schön.“ Ruth (15) ergänzt: „Manche Leute klingeln auch bei ihren Nachbarn, weil sie unbedingt wollen, dass alle im Haus sehen, dass wir da sind.“

Und manchmal, erzählt Elena, bekämen auch die Sternsinger ein Geschenk. „Meistens ist es Schokolade. Die Süßigkeiten werden nachher unter allen Kindern aufgeteilt, so dass alle auch wirklich gleich viel bekommen.“

Daniel Wolff (21) und Heike van de Sand sind beide seit über zehn Jahren als aktive Sternsinger und heute als Betreuer mit dabei. „Für mich ist das einfach eine schöne Tradition“, sagt Daniel. „Es gibt manche Leute, die treffe ich nur einmal im Jahr bei den Sternsingern. Es ist schön, die immer wieder einmal zu sehen.“

Viele sind auch Messdiener

Heike van de Sand, die in Wuppertal Gesundheitsökonomie studiert, leitet in der Pfarrgemeinde St. Lukas eine Messdienergruppe. „Die meisten Sternsinger sind auch Messdiener“, erzählt sie. „Da ist es für mich selbstverständlich, bei der Organisation und am Sternsinger-Tag selbst auch zu helfen.“ Und es gibt jede Menge zu tun. Das Gewusel mit 50 Kindern im Saal des Papst-Johannes-Hauses ist riesig. Die Kinder müssen in Gruppen eingeteilt werden und dann ihre Kostüme anziehen.

„Zum Mittagessen“, erzählt Theresa, „treffen wir uns wieder hier. Es gibt immer Nudeln mit Tomatensoße. Das essen alle gerne.“ Freitagnachmittag haben die Sternsinger dann Bürgermeister Paul Larue (CDU) im Dürener Rathaus und die Menschen im Seniorenheim St. Anna besucht. „Hier freuen sich die Menschen besonders, wenn wir kommen“, sagt Annik. „Vielleicht, weil sie sonst nicht so oft Kinder sehen.“

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