Düren - Stephan Bauer liefert Kabarett und Abgedroschenes

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Stephan Bauer liefert Kabarett und Abgedroschenes

Von: Hannes Schmitz
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Herzhaftes Lachen und müdes Lächeln begleitete den Auftritt von Stephan Bauer im Komm. Der Kabarettist polarisierte mit seinem Programm. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Stephan Bauers Kabarettstunden im Komm waren gewöhnungsbedürftig. Das Mann-Frau-Verhältnis war sein überwiegendes Thema, und dies in der Konstellation Mittvierziger lebt mit „junger Sahneschnitte“ zusammen.

Der Abend wurde zur Lebensbeichte, bei der manchmal komödiantische Funken sprühten, doch oft plätscherte das Programm „Warum heiraten – Leasing tut’s doch auch“ so dahin, schwankten die zwar charmanten Plauderstunden zwischen Lachen und müdem Lächeln. Immer dann, wenn Stephan Bauer sich auf seine kabarettistischen Fähigkeiten besann, Esprit, Spitzfindigkeiten und Hintergründigkeiten die Oberhand über Klamauk, Plattheiten und Zoten gewannen, nahm der Abend, zumindest für einen Teil des Publikums, Fahrt auf.

Mal ist sein Humor ausgeklügelt und tiefschürfend („Sina, seine 25-jährige Freundin, wollte einen Spiegel im Schlafzimmer, ich habe ein Abo bestellt“), dann wieder abgedroschen („Je faltiger der Sack, desto glänzender der Lack“). Seine Minderwertigkeitsgefühle gegenüber der Jüngeren bekämpfte er auf eine spezielle Art: Er kauft sich den Joghurt „Der große Bauer“ und wird auf den Boden zurückgeholt, wenn sie „Fruchtzwerge“ auf den Tisch stellt. So eine junge Frau kratze am Ego, ließ er wissen.

Der Altersunterschied wurde auch beim Musikgeschmack schnell klar. „Gut, sie hört ihre Musik, ich meine. Der Unterschied ist: meine Musik ist gut“, erklärte Bauer und stichelte weiter: „Rap hatten wir zu meiner Zeit auch. Da hieß es Stottern und war heilbar.“

Zur Freude des Publikums verlor sich der Kabarettist oft genug in Ein- und Zweideutigkeiten und referierte genussvoll über Möpse, eine Hunderasse, die er für ziemlich dumm hielt. „Da brauchst du drei Stunden, um dem Hund ein Sitz bei zu bringen, dann er hat er anschließend vergessen, wie Stehen geht“.

Nonsens-Sprüche und Esprit lockerten das eher durchwachsene Programm auf. Etwa, wenn er sinnierte: „Wenn man Tiere nicht essen soll, warum sind sie dann aus Fleisch?“oder von einem Bio-Straßenfest berichtete, das mit den Worten „O-saft ist“ eingeleitet wurde. Über Schwangerschaften machte er sich Gedanken und kam zu dem Schluss: „Schwanger werden ist toll, weil man es mit Dingen erreichen kann, die man zu Hause hat“. Manchmal hängte er sich einen schwarz humorigen Kittel um und erzählte von einer Exfreundin, die ihn mit zu ihren Eltern nehmen wollte: „Und dann sind wir zum Friedhof gefahren.“

Bauers Ton wurde rauer, als er das Scheitern der Beziehung eingestand, nach dem er das komödiantische Feld zwischen Mann und Frau dies- und jenseits der Gürtellinie ziemlich abgegrast und manches Gemüt strapaziert hatte. Ein Abend im Komm, der eher Comedy-Konfektionsware war, und Bauers Spruch des Abends: „Wenn Dummheit blaue Flecken machen würde, wärst du ein Schlumpf.“

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