Steinmeyer-Orgel: 20 der 4659 Pfeifen geraten aus den Fugen

Von: Stephan Johnen
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Die Orgel ist eine Baustelle, die Prospektpfeifen müssen repariert werden. Hille Richers, Dr. Klaus Rowold und Kantor Stefan Iseke (rechts) haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Die 20 beschädigten Pfeifen wurden mittlerweile ausgebaut, die Lücken sind gut zu Foto: Stephan Johnen

Düren. Die Orgel in der Christuskirche war im Jahr ihrer Erbauung die viertgrößte in der Rheinischen Landeskirche. Auch ein Jahr vor ihrem 50. Geburtstag gehört sie noch zu den ganz Großen. In dem massiven Holzgehäuse stecken 4659 Pfeifen. Doch 20 davon fielen acht Tage vor Weihnachten beim Stimmen der Orgel unangenehm auf.

Sie drohten, aus der Reihe zu fallen, hinunter auf die Orgelbank. Mittlerweile sind die bis zu 5,5 Meter hohen und 100 Kilogramm schweren Pfeifen demontiert, ein Baugerüst und „Zahnlücken“ zeugen von der „OP“. Seit einigen Tagen ist auch klar: Die Reparatur kostet 50.000 Euro.

Eine Summe, die der Förderkreis „Musik in der Christuskirche“ mit einer am Donnerstag gestarteten Spendenaktion aufbringen möchte. „Wir suchen Menschen, die für dieses große Erbe mit Verantwortung übernehmen“, wirbt Kantor Stefan Iseke um Unterstützung. Die Orgel sei ein Wahrzeichen der Kirche, findet Dr. Klaus Rowold vom Förderkreis. Angesichts vieler sozialer und karitativer Aufgaben, die aus dem Haushalt finanziert werden, setze die Gemeinde auf Spenden, um die Orgel der Christuskirche wieder auf Vordermann zu bringen, erklärt Hille Richers. Sie ist in der Gemeinde unter anderem für das Fundraising, also die Ak­qui­se von Spenden, zuständig.

„Wir waren auf eine solche Reparatur nicht vorbereitet“, sagt Kantor Stefan Iseke. Im Jahr 2002 sei die Orgel für 185.000 Euro komplett gereinigt und überholt worden. Sämtliche Pfeifen wurden ausgebaut, bei vielen kleineren und mittelgroßen Zinnpfeifen wurden die „Füße“ verstärkt, damit sich die Pfeifen durch ihr Eigengewicht nicht verformen. Nun sind die großen Prospektpfeifen auf der Schauseite der Orgel betroffen. Sie drohten aus den Verankerungen zu brechen, die sie vor dem Herausfallen schützen sollen. Reparatur, Verstärkung und Neustimmung sollen bis Ostern abgeschlossen sein.

Um die Kosten der unvorhergesehenen Reparatur stemmen zu können, haben sich die Mitglieder des Förderkreises und Stefan Iseke einiges einfallen lassen. Ganz klassisch sind eine Überweisung auf das Spendenkonto und die Idee, sich bei Feiern und Festen einen Beitrag für die Pfeifenreparatur schenken zu lassen. Kombinierbar ist dies beispielsweise mit einer individuellen Orgelführung mit Iseke (maximal 15 Personen, ab 100 Euro Spende). Wer schon immer einmal auf der Steinmeyer-Orgel spielen wollte, kann sich mit einer Spende von mindestens 100 Euro diesen Wunsch für eine Stunde erfüllen. Die Patenschaft für eine Prospektpfeife kostet 1000 Euro.

Nicht nur ein musikalischer Höhepunkt der Spendenaktion soll die „Kulinarische Orgelnacht“ sein, die am Freitag, 10. Juni, und Samstag, 25. Juni, jeweils ab 19 Uhr in der Christuskirche stattfindet. Stefan Iseke an der Orgel und Harfenistin Giedrè Siaulyté stimmen Werke der Romantik und keltische Lieder an. Nach jedem musikalischen Genuss serviert der Männerkochclub „Estragon“ im Gemeindesaal einen kulinarischen.

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