Merzenich - Stefan Möller ist neuer Chef der Gesamtschule Niederzier-Merzenich

Stefan Möller ist neuer Chef der Gesamtschule Niederzier-Merzenich

Von: inla
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„Persönliche Entwicklungsbedarfe der Schüler erkennen“: Schulleiter Stefan Möller vor dem Gesamtschulgebäude in Merzenich. Foto: Latotzki

Merzenich. Für Bestseller-Auto Jan Weiler sind Jugendliche von etwa 12 bis 16 Jahren Pubertiere. Weiler meint das natürlich mit einem Augenzwinkern und wenn man seine Texte liest, wissen Eltern: Sie sind nicht allein. Lehrer haben auch mit Schülern dieser Altersklasse zu tun, Stefan Möller zum Beispiel.

Auf die Frage, wann ein Lehrer ein guter Lehrer ist, sagt er einen Satz: „Man sollte Kinder und Jugendliche mögen.“ Und er setzt hinzu: „Vor allem in der Pubertät.“

Möller ist seit diesem Schuljahr Leiter der Gesamtschule Niederzier-Merzenich. An diesem Dienstagmorgen sitzt er in seinem Büro in Merzenich und spricht darüber, dass gute Lehrer vor allem zwei Dinge bräuchten: eine hohe Fachlichkeit und viel Begeisterung. Vertrauen in die Kinder und Jugendlichen sei wichtig, aber auch Erziehung.

Ohne ginge es nicht. Dabei gehört Möller, 53, nicht zu den Pädagogen, die sich heute hinstellen und sagen: Früher war alles besser. Die Schüler heute seien leistungsfähiger und technikaffiner, das sagt er, und auch, dass er nicht in den sonst oft negativ gestimmten Klagechor einstimmen möchte, wonach Jugendliche heute nur noch aufs Smartphone schauen. Möller sagt: „Die Anforderungen heute sind andere.“

Auch er selbst sieht sich anderen Anforderungen ausgesetzt. Möller ist seit mehr als 20 Jahren an dieser Gesamtschule, erst als normaler Lehrer, später als Fachbereichsleiter Englisch, außerdem hat er Lehrer ausgebildet. Jetzt, nach einer Schulleiterqualifizierung, sind Organisation, Schul- und Personalentwicklung seine drei Megathemen. Selbst unterrichtet er nur noch wenig: Möller hat einen Kurs in der Oberstufe.

Dass er nun eine andere Rolle ausfüllt, „war mir klar“. Die Vielzahl an Aufgaben, die ein Schulleiter heute zu erfüllen habe, führe dazu, dass die Bewerber nicht mehr Schlange stehen. „Das macht man nicht fürs Geld“, sagt Möller, er jedenfalls nicht. Im Umgang mit den Kollegen setze er auf einen kooperativen Stil, ebenso legt er Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden Niederzier und Merzenich. „Das klappt alles gut“, sagt Möller.

Und – nicht zuletzt – ist ihm der Umgang mit den Schülern und den heute bisweilen damit verbundenen Problemen wichtig. Möller nennt Themen wie Integration von Flüchtlingen oder Inklusion. „Wir wollen sehen, wo die persönlichen Entwicklungsbedarfe der Jugendlichen sind.“ Die ohnehin nicht realistische Aussicht, nachmittags freizuhaben, hat ihn nicht in den Beruf des Lehrers gebracht. An einer Gesamtschule geht das sowieso nicht, der Unterricht dauert bis kurz vor 16 Uhr.

1100 Schüler sind an der Schule, von Klasse 5 bis 7 sind sie in Merzenich (etwa 400), danach in Niederzier. Es ist eine bunte Mischung von Kindern, sie kommen mit Haupt-, Real- und gymnasialer Empfehlung. Die für die Gesamtschule ist immer eingeschlossen. 210 Jugendliche sind in der Oberstufe, sie wollen Abitur machen.

In der Regel haben sie die Pubertät hinter sich – den Bestseller von Jan Weiler würden sie von daher vielleicht mit einem rückblickenden Schmunzeln lesen.

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