Düren - Stefan Iseke zeigt die Klangvielfalt der Steinmeyer-Orgel

Stefan Iseke zeigt die Klangvielfalt der Steinmeyer-Orgel

Von: Bruno Elberfeld
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Kantor Stefan Iseke erklärte vor dem Konzert Aufbau und Funktionen der Orgel. Foto: bel

Düren. „Was ist eine Orgel?“ Der Kantor der Evangelischen Gemeinde zu Düren, Stefan Iseke, erinnerte bei der Einführung in das Orgelkonzert in der Christuskirche an die „Feuerzangenbowle“, einen berühmten Film aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, in der ein Physiklehrer die Schüler nach dem Wesen einer Dampfmaschine fragt.

„Da stellen wir uns mal ganz dumm“, sagte Iseke, „eine Orgel hat lange und kurze Pfeifen, aus Metall oder aus Holz.“ Iseke ließ es bei dieser recht einfachen Antwort nicht bewenden, sondern er erklärte, welche Funktionen die einzelnen Pfeifen haben, wo und wie sie von Komponisten und Organisten eingesetzt werden – Iseke gab ein 30-minütiges Seminar in Orgelkunde.

Die mehr als 100 Konzertbesucher, unter ihnen Sponsoren und Paten der erneuerten Pfeifen, wissen jetzt, dass die Steinmeyer-Orgel in der Christuskirche vier Manuale hat. Sie haben gelernt, dass die Füße des Organisten beim Spiel auf den Pedalen im Einsatz sind, dass die Pfeifen in 16-Fuß- oder 8-Fuß-Register eingeteilt sind.

Schon mit dem ersten Werk demonstrierte er, wozu die große Steinmeyer-Orgel fähig ist. Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809-1847) „Sonate für Orgel Nr.1 f-moll“ startete gewaltig, der Klang ließ kaum einzelne Pfeifen erkennen und ging über in einen rauschhaften Zustand.

Ruhiger wurde es bei Johann Sebastian Bachs (1685-1750) Liedern „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und „Wir glauben an den einen Gott“. Bach präsentierte sich hier als Garant für Ausgeglichenheit und Meditation. Bei Dietrich Buxtehude (1637-1707), etwas älter als Bach, und seiner „Ciacona e-moll“ klangen Gläubigkeit und Gottergebenheit durch, ein Werk, das auch als Beispiel für große Orgelliteratur stehen kann. Danach folgte wiederum Bach mit der „Triosonate C-Dur“, eine nicht so oft vernommene Bezeichnung für ein Werk. Stefan Iseke hatte es bei der Einführung erklärt. Bei einer Trio-Sonate bespielt die rechte Hand das erste, die linke das zweite Manual. Die Füße bedienen als Dritte im Bund die Pedale.

Es folgten „Tänzerische Weise in G“ von Erzsébet Szony (1924) und die „Toccata jazzica in C“ von Johannes Matthias Michael (1962), Werke, die neben anderen eine neue Richtung in der Orgelliteratur kennzeichnen.

„Lobe den Herren, den mächtigen König“, „Mach‘s mit mir, Gott, nach deiner Güt‘“ „Introduktion und Passacaglia d-moll“ – für Liebhaber der Orgelmusik unverkennbar aus der Feder von Max Reger (1873-1916). Hier zog Kantor Iseke noch einmal „alle Register“, um dem Menschen in der Kirche seine Orgel ein Stückchen näher zu bringen.

Iseke zeigte ein virtuoses, technisch perfektes Spiel. Er setzte empathisch die Vorgaben der Komponisten um und begeisterte damit die Zuhörer in der Christuskirche.

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