Startschuss zur integrativen Betreuung

Von: Jörg Abels
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Spatenstich mit Schirmherren: Beherzt griffen AWO-Chef Johannes Veith (l.) und die Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Helga Contzen zum Spaten, um mit dem symbolischen Akt den offiziellen Start zur Erweiterung des „Pinocchio”-Kindergarten zu geben. Foto: Abels

Nörvenich. Neugierig drückten die Kinder ihre Nasen an die großen Fenster - so wie des Öfteren in den letzten Tagen. Denn das emsige Treiben auf dem Außengelände des AWO-Familienzentrums und Kindergartens „Pinocchio” an der Hirtstraße war auch Donnerstag wieder viel spannender als der Zeitvertreib in der Gruppe.

Nach ersten Baggerarbeiten folgte der offizielle Spatenstich zur Erweiterung des bislang zweigruppigen Kindergartens. Rund 220.000 Euro nimmt der AWO-Kreisverband in die Hand, um bis zum Jahresende ein Versorgungsdefizit in der Gemeinde zu schließen, wie der Kreisvorsitzende Johannes Veith erklärte.

Mussten Eltern mit behinderten Kindern bislang weite Wege zurücklegen, um einen Betreuungsplatz für den Nachwuchs zu finden, stehen dann auch in Nörvenich in der ersten integrativen Kindergartengruppe der Gemeinde fünf Plätze für Kinder mit Behinderung zur Verfügung. Und nicht nur das: Auch die Zahl der Betreuungsplätze für unter Dreijährige wird im Zuge des Umbaus um acht erhöht, um der steigenden Nachfrage auch in diesem Bereich Rechnung zu tragen.

„Mit der Einrichtung der Gruppe in Nörvenich kommen wir unserem Ziel wieder ein Stück näher, integrative Kindergartenplätze dezentral im Kreis anbieten zu können”, freute sich Helga Contzen, Vorsitzende des Kreisjugendhilfeausschusses, über die Bereitschaft der AWO, schon vor den jetzt begonnenen Baumaßnahmen die ersten behinderten Kinder aufzunehmen. „Die Eltern, die Kinder mit einem Handicap haben, müssen schon genug schultern”, betonte sie, dass ihnen und den Kindern lange Fahrtstrecken einfach nicht zuzumuten sind.

Spätestens seit Herbst 2008, als die Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2009/10 vorlagen, war auch dem Kreisjugendamt klar, dass in Nörvenich schleunigst etwas geschehen muss, dankte dessen Leiter Gregor Dürbaum der AWO, schließlich sei der integrative Ansatz ein Gewinn für alle Kinder, nicht nur für die behinderten, gut fürs soziale Klima und damit für den Umgang der Kinder untereinander. Für die Gemeinde freute sich Bürgermeister Hans Jürgen Schüller über die Erweiterung des Angebots, machte aber auch deutlich, „dass wir damit erst am Anfang stehen”. Weitere Plätze in der Gemeinde müssten angesichts der größer werdenden Nachfrage folgen.

Dem Dauerregen geschuldet, war der Spatenstich und damit das spannende Ereignis für die Kinder schnell beendet. Doch sie werden in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder ihre Nasen an die Fensterscheiben drücken, um hautnah mitzuerleben, wie ihr Kindergärten wächst und dabei vielleicht auch die eine oder andere Einschränkung im täglichen Ablauf vergessen.
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