Vettweiß - Starthilfe für den Vettweißer Tisch

Starthilfe für den Vettweißer Tisch

Von: sj
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Vettweiß. Armut ist eine statistische Größe. Messbar, erfassbar. Für die Gemeinde Vettweiß lauten die Zahlen wie folgt: Es gibt 250 sogenannte Bedarfsgemeinschaften. Das sind Haushalte, in denen Menschen leben, die - umgangssprachlich formuliert - Hartz-IV erhalten. 250 Bedarfsgemeinschaften also, in denen 513 Menschen verbucht sind, pardon, leben.

Soweit die Statistik. Ursula Tzamtzis kennt die Zahlen. Schließlich ist sie Sachbearbeiterin beim Sozialamt der Gemeinde Vettweiß. Doch Ursula Tzamtzis blickt auch hinter die Zahlen: Sie sieht die Menschen. Sie kennt deren Nöte und Sorgen. „Ich weiß auch, dass viele Menschen in der Gemeinde aus Scham keine Hilfe annehmen möchten”, sagt Ursula Tzamtzis. Es kann also durchaus sein, dass die Statistik nicht stimmt.

Dies mag einer der Gründe sein, warum im Rathaus der Entschluss reifte, einen Verein zu gründen, der bedürftige Menschen mit Lebensmitteln unterstützt. Lebensmittel, die qualitativ einwandfrei sind, aber nicht mehr verkauft werden können. Das Prinzip ist das der Tafeln, die deutschlandweit Überschüsse beispielsweise von Verbrauchermärkten und Bäckereien einsammeln, um sie danach zu verteilen.

In Vettweiß soll der Verein jedoch „Vettweißer Tisch” heißen. „Wir sind eine kleine Kommune. Vorläufig planen wir nicht, dem Dachverband der Tafeln beizutreten”, erklärt Bürgermeister Josef Kranz. Die Gemeinde möchte Starthilfe geben, beratend zur Seite stehen - damit der Tisch von bürgerschaftlichem Engagement getragen wird.

Sechs ehrenamtliche Helfer sind bereits an Bord, weitere haben Interesse bekundet, zwei Verbrauchermärkte haben Unterstützung zugesagt. In Vettweiß wird ein Ladenlokal angemietet, das als Lager dienen soll. „Wir haben auch bereits einen Lieferwagen in Aussicht”, sagt Ursula Tzamtzis.

Für die laufenden Kosten und die Miete des Lagers wird die ebenfalls in Vettweiß angesiedelte Kleiderkiste aufkommen. Bei einer Versammlung am 5. Oktober sollen ab 16 Uhr in der Bürgerbegegnungsstätte potenzielle Helfer und Sponsoren zusammentreffen.
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