Düren - Standort Düren eröffnet „neue Dimensionen”.

Standort Düren eröffnet „neue Dimensionen”.

Von: Stephan Johnen
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Vorstandsvorsitzender Hannu Ko
Vorstandsvorsitzender Hannu Kottonen (MItte), Raija Mörö und Westeuropa-Chef Michael Päckner feierten gestern die offizielle Eröffnung des Metsä-Tissue-Werks in Düren - und stellten das dort produzierte Koch- und Backpapier vor. Foto: Johnen

Düren. In den vergangenen Monaten gab es Tage, da hat das Backpapier Michael Päckner und seine Kollegen von Metsä Tissue ordentlich ins Schwitzen gebracht. „Backpapier ist eine technische Herausforderung”, beteuert der Ingenieur und Westeuropa-Chef von Metsä-Tissue, dass das unscheinbare Produkt zeitweise für Anspannung im neuen Werk an der Veldener Straße sorgte.

Im vergangenen November hat der finnische Papierkonzern die Papiermaschine 5 samt Infrastruktur im Werk „Reflex” der Konzernschwester M-Real übernommen und mit Umbauarbeiten begonnen. Am Mittwoch verkündeten Vorstandsvorsitzender Hannu Kottonen, Michael Päckner und Marketing-Chefin Raija Möro den erfolgreichen Abschluss der Arbeiten. Künftig sollen jährlich rund 20.000 Tonnen Koch- und Backpapiere in Düren produziert werden.

Der Konzern hat sich diesen Umbau 30 Millionen Euro kosten lassen, 75 Mitarbeiter wurden mit unbefristeten Verträgen von M-Real übernommen, weitere 15 neue Mitarbeiter haben einen befristeten Vertrag, hinzu kommen derzeit Zeitarbeiter, um die Produktionsrückstände aufzuholen, bilanziert Michael Päckner. Bislang wurden die Koch- und Backpapiere im finnischen Mäntta hergestellt. Die Papiermaschine dort war nach Aussage Päckners veraltet, es gab keine Wachstumsmöglichkeiten und der Ort lag abseits der Logistikströme. Von einem „wichtigen Schritt auf dem Weg zum Wachstum” spricht daher der Westeuropa-Chef mit Blick auf das neue Werk in Düren.

„Die Mitarbeiter standen vor einer großen Herausforderung; sie haben gute Arbeit geleistet”, bedankte sich Hannu Kottonen bei der Belegschaft für den gelungenen Umbau.

Backpapier sei ein besonderes Papier: Es muss beispielsweise hitzebeständig sein, eine hochdichte, geschlossene Oberfläche besitzen, auch dann noch reißfest sein, wenn es feucht wird, und den höchsten Hygienestandards entsprechen. „Es hat uns Wochen gekostet, die Maschine einzustellen. Wir mussten Lehrgeld zahlen”, berichtet Päckner. Zudem mussten sechs sogenannte Convertinganlagen auf die neuen Bedürfnisse zugeschnitten werde. Jetzt, da die Produktion voll anlaufe, eröffne der zentral gelegene Standort Düren eine „neue Dimension”.

Der Markt für diese Spezialpapiere ist eine Nische. Und mit Produkten aus Düren will Metsä Tissue seinen Anteil an diesem Geschäft deutlich ausbauen. Die Zukunft des Standortes entscheidet sich sozusagen in den Küchen Europas. Nicht unbedingt in denen der privaten Verbraucher. „Vom Gastgewerbe bis zur Lebensmittelproduktion gibt es viele Möglichkeiten für Wachstum”, sagte Raija Mörö. Immer häufiger werden Koch- und Backpapier beispielsweise in der Nahrungsmittel erzeugenden Industrie eingesetzt. Das Produkt kommt so direkt mit dem Papier zum Verbraucher.

Papier erlebe zudem einen Auftrieb, weil die Kunden aus ökologischen Gründen weniger Aluminiumfolie kauften. Sollte das Geschäft gut laufen - und davon gehen die Konzernlenker aus - könne in Düren das Personal durchaus aufgestockt werden.

Der Praxistest für die Produkte fand am Mittwoch gleich im Werk statt: Mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kunden wurde die Einweihung der Papiermaschine gefeiert - und gekocht. Wie vielseitig Papier sein kann, zeigten Starköche.

Der finnische Papierkonzern Metsä Tissue unterhält drei Standorte im Dürener Land. Im Werk Kreuzau sind derzeit 432 Mitarbeiter beschäftigt, die auf 90.000 Quadratmetern vor allem Tissuepapier-Produkte produzieren. Im neuen Werk in Düren (35.000 Quadratmeter) sind 90 Mitarbeiter beschäftigt. Vom Dürener Logistikzentrum aus wird der westeuropäische Markt beliefert.

Der Jahresumsatz von Metsä Tissue betrug im vergangenen Jahr annähernd eine Milliarde Euro. Die Hälfte des Umsatzes entfällt dabei auf das Geschäft in Westeuropa.

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