Stadtwerke steigern Gewinn auf 6,5 Millionen Euro

Von: Jörg Abels
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Die SWD wollen ihr Engagement im Bereich Erneuerbarer Energien nicht nur bei der Windkraft, sondern auch bei großflächigen Solaranlagen intensiveren. Derzeit lässt das Unternehmen den Bau zweier Anlagen untersuchen, die eine Größenordnung wie die in Inden (Bild) haben sollen. Foto: dpa
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Die Stadtwerke-Führung – Heinrich Klocke, Cord Meyer, Jürgen Eismar und Andreas Ohmayer (v.r.) – legte eine positive Bilanz vor. Foto: Abels

Düren. Ein höherer Gasabsatz infolge eines kühleren Winters, erste Erfolge im Kostensenkungsprogramm und ein Anstieg der Industriekunden außerhalb der Region haben die Stadtwerke Düren (SWD) im vergangenen Jahr beflügelt. Der Gewinn stieg 2015 auf 6,5 Millionen Euro. Er liegt damit nicht nur 3,9 Millionen Euro über dem Vorjahreswert, sondern auch deutlich über den noch im September prognostizierten vier Millionen Euro.

Und auch die Aussichten für das laufende Jahr sind gut. SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke rechnet mit einem Überschuss von rund fünf Millionen Euro. „Die ersten vier Monate stimmen mich zuversichtlich, dass wir dieses Ziel auch erreichen werden“, betonte Klocke .

Mehr Windkraft und Photovoltaik

2015 haben die Stadtwerke und ihr Tochterunternehmen „Leitungspartner“ die Rekordsumme von 15,7 Millionen Euro investiert – in die Sicherung der Strom- und Erdgasversorgung, aber auch in die Energiewende. Allein 2,4 Millionen Euro flossen in den Ausbau Erneuerbaren Energien, über 66 Prozent mehr als im Vorjahr. Die SWD haben sich direkt mit neun Prozent am Windpark Ullersdorf in Brandenburg beteiligt und indirekt über das Gemeinschaftsunternehmen „Rurenergie“ unter anderem am Windpark Linnich. „Fast 15 Prozent des Stroms, der für Düren benötigt wurde, kommt mittlerweile aus Erneuerbarer Energie“, unterstricht Heinrich Klocke. Rein rechnerisch können die SWD schon heute 6000 ihrer rund 43.000 Stromkunden mit grüner Energie versorgen.

Und der Anteil soll weiter steigen. Auch im laufenden Jahr wollen sich die SWD weiter auf dem Zukunftsmarkt engagieren. „Mit der RWE Innogy und der Stolberger EWV planen wir derzeit einen Windpark in Eschweiler mit zehn bis 13 Windkraftanlagen“, kündigte Klocke an. „Darüber hinaus untersuchen wir derzeit den Bau zweier Großflächen-Photovoltaik-Anlagen“, betonte der SWD-Chef. Vorbild sei der von der „Rurenergie“ betriebene Solarpark Inden.

Aber auch in die Netze wird weiter investiert, kündigte Cord Meyer an. Schwerpunkte sind dabei die Erneuerung der Strom-Umspannanlage Paradiesstraße und die teilweise Erneuerung der Transportleitung vom Wasserwerk Ellen zum SWD-Wasserspeicher am Annakirmesplatz, die unterirdisch erfolgen soll, ohne dass die Straßen aufgerissen werden müssen. Die Arbeiten sollen im Herbst beginnen.

Im harten Wettbewerb ist es den SWD in 2015 gelungen, die Zahl ihrer Kunden nahezu konstant zu halten. Kündigungen und Neukundengewinnung hielten sich die Waage, betonte Heinrich Klocke, der das auf eine hohe Zufriedenheit der Kunden mit den Angeboten der Stadtwerke zurückführt. Die SWD versorgen jeweils rund 80 Prozent der Dürener Haushalte mit Strom (gut 43.000) und 23.000 mit Gas.

Die Stabilisierung des Bestandsgeschäfts gehört neben dem Wachstumsprogramm zum Drei-Punkte-Zukunftsplan des Unternehmens, das 2015 erste Erfolge mit sich gebracht hat. Dritte Säule dieser Strategie ist das Kostensenkungsprogramm, das mit einer Einsparung von rund 700.000 Euro am Gewinnsprung beteiligt war. Abteilungen wurden neu organisiert oder zusammengelegt, auslaufende befristete Verträge nicht mehr verlängert und durch Ruhestand freiwerdende Stelle zum Teil nicht mehr besetzt. Die Mitarbeiterzahl sank von 261 auf 250. Mit dem Forderungsmanagement wurde ein externer Dienstleister beauftragt, der Außenstände offenbar effizienter eintreiben kann. Der Sparkurs soll auch 2016 fortgesetzt werden, um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu sichern, kündigte Klocke an.

Eine gute Nachricht hatte Klocke noch für alle Gaskunden. „Wir prüfen derzeit, ob wir den Gaspreis im Herbst noch einmal senken können“, erklärte der Geschäftsführer, ohne der Entscheidung des Aufsichtsrat vorgreifen zu wollen. Zuletzt hatten die SWD den Gaspreis am 1. August gesenkt. Auf die Preissenkung beim Strom Anfang 2015 folgte Anfang dieses Jahres jedoch wieder eine Erhöhung. Der Grund waren höhere staatliche Umlagen und Netzentgelte.

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