Stadtwerke Düren mit neuen Geschäftsfeldern in die Zukunft

Von: Jörg Abels
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Die Stadtwerke wollen Hausbesitzern auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Solaranlagen verkaufen oder verpachten. Foto: Abels/Archiv
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Die Spitze der Stadtwerke Düren und ihrer Tochtergesellschaft Leitungspartner (v.l.): Heinrich Klocke, Andreas Ohmayer, Jürgen Eismar, Ingo Vosen und Cord Meyer präsentierten den Jahresbericht 2016. Foto: ja

Düren. Die Stadtwerke Düren (SWD) haben im Geschäftsjahr 2016 in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld mit hohem Wettbewerbsdruck einen Gewinn von 5,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies gab Geschäftsführer Heinrich Klocke am Mittwoch bekannt. Freuen wird‘s den Kämmerer der Stadt Düren, der bekanntlich seit 2014 wieder 50,1 Prozent der Stadtwerke gehören.

Inklusive der Konzessionsabgaben und der Gewerbesteuer flossen damit im vergangenen Jahr rund 8,8 Millionen Euro in die Stadtkasse.

Dass der Gewinn trotz höherem Strom- und Gasabsatz (siehe Info) um etwa zehn Prozent hinter dem Vorjahr (6,5 Millionen Euro) zurückgeblieben ist, führt die SWD-Geschäftsführung vor allem auf den harten Stromwettbewerb im Privatkundengeschäft zurück. Der hat dazu geführt, dass die SWD die gestiegenen gesetzlichen Umlagen und Netzentgelte bei der Preiserhöhung 2016 nur teilweise an die Kunden weitergeben konnten.

Seit Jahren verweist Heinrich Klocke darauf, dass sich der Energiemarkt mit Blick auf die zunehmende Bedeutung Erneuerbarer Energien in einem Umbruch befindet, der an Intensität weiter zunimmt und die SWD zu einer Anpassung des Geschäftsmodells zwingt. Mit einem zehn potenziell neue Geschäftsfelder umfassenden Strategieplan wollen die Stadtwerke die Chancen des Umbruchs für sich nutzen. Eine der ersten Maßnahmen ist das Photovoltaik-Programm, bei dem die SWD Immobilienbesitzern auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Solaranlagen zum Kauf oder zur Pacht anbieten.

Private Hausbesitzer könnten damit etwa 50 Prozent des eigenen Stromverbrauchs selbst erzeugen, betonte Klocke, bei Gewerbebetrieben könne sogar eine 70- bis 80-prozentige Autarkie erreicht werden. Nicht verbrauchter Strom wird dabei automatisch ins Netz eingespeist und vergütet.

Die ersten Anlagen sind in Planung oder im Bau, gab SWD-Vertriebsleiter Ingo Vosen bekannt, nachdem rund 120 Interessierte eine erste Info-Veranstaltung besucht hatten. Auch an sogenannten Quartierlösungen zur energetischen Versorgung ganzer Stadtquartiere werde gearbeitet. Ziel der SWD sei, erklärte Klocke, mit passenden Dienstleistungen „erster energetischer Partner für Eigentümer und Hausverwalter in der Region zu sein“.

2016 haben die SWD weiter in Wind- und Photovoltaikanlagen investiert, rund 1,3 Millionen Euro in erster Linie im Gemeinschaftsunternehmen Rurenergie, an dem auch der Kreis und die Sparkasse Düren, die Stolberger EWV und die Stadtwerke Jülich beteiligt sind. „Wir sind mittlerweile an zehn Windparks beteiligt“, betonte Heinrich Klocke – Tendenz steigend.

Zum Abschluss eines dreijährigen Investitionsprogramms in das Stromnetz mit einem Gesamtvolumen von 18 Millionen Euro haben die Stadtwerke 2016 noch einmal 4,3 Millionen Euro in die Modernisierung von Ortsnetzstationen investiert und ein letztes Umspannwerk gebaut. Damit tragen die SWD der Energiewende Rechnung, in deren Folge immer mehr Erzeuger ans Stromnetz angeschlossen werden müssen.

Um diese mit Blick auf die mittel- und langfristig wegfallenden Großkraftwerke (Atom und Kohle) intelligent miteinander vernetzen zu können, engagieren sich die SWD in einem Forschungsprojekt. Die Rede ist von einem virtuellen Flächenkraftwerk der Zukunft, digital gesteuert, das in 20 bis 30 Jahren Stromproduzenten und -verbraucher auf regionaler Ebene miteinander verbinden soll, wie Cord Meyer, Geschäftsführer der SWD-Tochter Leitungspartner erklärte.

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