Stadtwerke demontieren 30 Tonnen schwere Transformatoren

Von: Jörg Abels
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Mit Stahlseilwinden zogen Mitarbeiter der Leverkusener Entsorgungsfirma am Dienstag den ersten der beiden 30 Tonnen schweren und auf Eisenbahnschienen gelagerten Transformatoren aus dem Umspannwerk. Der zweite soll am Mittwoch folgen. Foto: Abels
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Um die Trafos zu bewegen, müssen Eisenträger montiert werden, um Schienen zu verlegen. Foto: Abels

Düren. Millimeter für Millimeter setzt sich der auf Eisenbahnschienen rollende Stahlkoloss ganz langsam in Bewegung, gezogen nur mit zwei Stahlseilwinden. Jahrzehntelang hat der 30-Tonnen-Transformator die Bewohner der Innenstadt und den Einzelhandel verlässlich mit Strom versorgt. Jetzt haben der 53 Jahre alte Trafo und sein 39-jähriger „Zwillingsbruder“ im Umspannwerk Mitte an der Gutenbergstraße neben der C&A-Filiale ausgedient.

Sie werden über die Schienenverbindung auf Spezial-Lkw verladen und abtransportiert.

Bereits Ende 2016 hat die Stadtwerke-Tochter Leitungspartner die Stromversorgung umgestellt. Seitdem wird die City über drei unterirdische Kabel vom Umspannwerk Nord aus unter Strom gesetzt, erklärt Netzmeister Oliver Perz. Eine Leverkusener Spezialfirma hat am Dienstag den ersten Großtransformator verladen, am Mittwoch soll der zweite folgen, bevor beide Kolosse in der kommenden Woche demontiert und in ihre Einzelteile zerlegt werden. Alle wiederverwertbaren Bestandteile wie etwa Kupfer und Stahl werden recycelt, der Rest wird entsorgt. Das gilt auch für die insgesamt 18 Tonnen Isolieröl, die bereits am Montag aus den beiden Transformatoren abgelassen und mit einem Tankwagen abtransportiert wurden.

Immer wieder bleiben Passanten auf dem Weg zum Stadtcenter an diesem Dienstagmittag vor dem Umspannwerk stehen und beobachten die Arbeiten. Was sich hinter den Mauern des unscheinbaren Betongebäudes befunden hat, durften vorher nur die Wenigsten gewusst haben. Lediglich ein Banner der Stadtwerke und zwei Elektro-Tankstellen deuteten daraufhin, dass es im Inneren um Strom gehen müsste.

Vom Umspannwerk Mitte aus versorgte der erste Trafo seit 1964 die Innenstadt, 1978 wurde der zweite in Betrieb genommen. Beide Anlagen arbeiteten im sogenannten Mittelspannungsbereich, das heißt: Sie wandelten einen Strom von 35.000 Volt in 10.000 Volt um. Diese Spannung wurde dann in den Ortsnetzstationen auf die haushaltsüblichen 230 Volt heruntertransformiert. „Wir verzichten heute komplett auf das 35.000-Volt-Netz“, erklärt Perz den Grund für den Rückbau. „Wir sparen damit einen Transformationsschritt, eine potenzielle Fehlerquelle und Betriebskosten ein.“

Was in Zukunft mit dem Umspannwerk an der Gutenbergstraße passiert ist noch offen. Das werde erst nach Ende der Arbeiten entschieden, teilen die Leitungspartner mit. Die für die Demontage der Transformatoren abgebauten E-Lade-Säulen sollen in einigen Tagen wieder zur Verfügung stehen, kündigt die SWD-Tochtergesellschaft an. Die Einschränkungen auf der Gutenbergstraße sollen spätestens am Freitag, voraussichtlich aber bereits am Donnerstag wieder aufgehoben werden, wenn die ausgebauten Betonwände wieder installiert sind.

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