Stadtwerke bekommen die Wirtschaftskrise zu spüren

Von: Christoph Lammertz
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Sieht die Stadtwerke trotz schwieriger Rahmenbedingungen für die Zukunft gerüstet: Geschäftsführer Heinrich Klocke. Foto: Lammertz

Düren. Die wichtigste Nachricht für die Kunden vorweg: Die Stadtwerke Düren (SWD) werden ihre Strom- und Gaspreise mindestens bis zum Jahresende nicht erhöhen.

Das versicherte Geschäftsführer Heinrich Klocke im Rahmen der Bilanzpressekonferenz des Dürener Energieversorgers. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2009 musste Klocke von einem Umsatzrückgang in Höhe von rund 10,2 Millionen Euro berichten. Eine Entwicklung, die vor allem an der Wirtschaftskrise festzumachen sei, erklärte der SWD-Chef.

Dass die Stadtwerke das vergangene Jahr dennoch mit einem Überschuss von 9,2 Millionen Euro abgeschlossen haben, liege zum Teil an Kostenreduzierungen, vor allem aber daran, dass eine Rückstellung von 2008 teilweise aufgelöst und ins Jahresergebnis gerechnet wurde. Die Rückstellung war gebildet worden, weil einige Zeit Unsicherheit über die Höhe der Netzentgelte bestand, die die Stadtwerke von Mitbewerbern für die Nutzung ihrer Leitungen verlangen darf.

„Wir konnten uns trotz eines deutlich verschlechterten Umfelds gut behaupten”, lautete Klockes Fazit. Der Absatzrückgang bei Strom und Gas habe seine Ursache im bedeutenden Anteil der industriellen SWD-Kunden. Dabei spielt nicht nur die Finanz- und Wirtschaftskrise eine Rolle, sondern auch der zunehmende Wettbewerbsdruck auf dem Energiemarkt.

Mit 60 Strom- und 18 Erdgasanbietern als Konkurrenten im eigenen Versorgungsgebiet müssen sich die Stadtwerke inzwischen auseinandersetzen. Während sie bei den privaten Strom- und Erdgaskunden immer noch einen Marktanteil von rund 90 Prozent behaupten, liegt er bei den Strom-Geschäftskunden nur noch bei rund 50 Prozent. Bei den Gaskunden im gewerblichen Bereich sei der Marktanteil zwar noch höher, aber mit negativer Tendenz, sagte Klocke.

Allerdings habe sich der lokale Versorger bei den Geschäftskunden gerade in den vergangenen Jahren hohes Ansehen und Vertrauen erworben. So falle die Wahl der Dürener Unternehmen, die viel mehr als Privatkunden die Angebote der Energieversorger miteinander vergleichen, noch immer am häufigsten auf die Stadtwerke.

Diese gute Position will das Unternehmen vor allem als Servicedienstleister behaupten. Dabei setzt der Dürener Energieversorger auf die Nähe zu den Kunden. Ob Energiesparberatung für Privatkunden oder die Übernahme des Energie-Managements in Unternehmen - die Liste der Dienstleistungen, mit denen sich die Stadtwerke von ihren Mitbewerbern abheben, ist lang. Darüberhinaus sollen frühzeitige Investitionen in neue Geschäftsfelder, vor allem im Bereich regenerativer Energien, das Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen zukunftssicher machen.
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