Stadtrundgang für Schüler: Touristischer Blick auf Düren

Von: Stephan Johnen
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Dr. Harald Heinz (links) diskutierte mit Schülern des Erdkunde-Leistungskurses am Wirteltor-Gymnasium. Foto: Stephan Johnen

Düren. Wer als Tourist durch Düren geht, wird womöglich nicht alles, was er sieht, als besonders malerisch empfinden. „Es gibt schon ein paar Schandflecken“, bilanzieren die Schüler des Erdkundeleistungskurses am Wirteltor-Gymnasium mit Blick auf die ehemalige Stadthalle, den Durchgang zum Haus der Stadt und manche Ecken in Parks.

Von Stadtplaner Dr. Harald Heinz hatten sie vor einigen Wochen die Aufgabe bekommen, einen Stadtrundgang zu machen und dabei so zu tun, als seien sie zum ersten Mal in Düren. Sie sollten die Stadt aus dem Blickwinkel von Gästen sehen, Positives und Negatives notieren. Es war der Anfang einer Zusammenarbeit, deren Ergebnisse auch in den Masterplan Innenstadt eingeflossen sind.

Das Büro von Harald Heinz hat von Anfang an auch Schulen in die Arbeit einbezogen. Es gibt Kooperationen mit dem Rurtal- und dem Wirteltor-Gymnasium. Am heutigen Mittwoch stellt Harald Heinz den Entwurf des Masterplans im Ausschuss für Stadtentwicklung (17 Uhr in der Aula des Burgau-Gymnasiums) vor, mit den Schülern hat er bereits im Vorfeld einige Ergebnisse diskutiert.

Eine Stärkung der Innenstadt und eine attraktivere Gestaltung öffentlicher Räume sind zwei der fünf Leitbilder, die auch die Elftklässler des Wirteltor-Gymnasiums zu zentralen Themen gemacht haben. Mit ihrem Lehrer Tobias Gockeln haben sie viel über Stadtentwicklung diskutiert.

Die bereits angestoßene Einführung eines SOS-Dienstes für mehr Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit wird von vielen Schülern begrüßt. „Es gibt Orte in der Innenstadt, an denen man sich abends oder ohne Begleitung nicht sicher fühlt“, erklärt Schülerin Frauke Weber. Planer Harald Heinz spricht von einer „Resozialisierung“ des öffentlichen Raums.

Dies könne mit baulichen Veränderungen bewirkt werden, aber auch mit einer „Belebung“ von Parks und Grünanlagen. Er denkt an Theateraufführungen, kleine Konzerte – Dinge, die die Bürger der Stadt überwiegend selbst organisieren können. Schülerin Sabine Weber unterstreicht, dass bei jeder Diskussion um Sicherheit und Ordnung nicht vergessen werden dürfe, dass dahinter auch soziale Fragen stehen, auf die ebenfalls Antworten gefunden werden müssten. Es sei keine Lösung, beispielsweise Obdachlose aus den Grünanlagen zu verbannen, um den „Wohlfühlfaktor“ für Spaziergänger zu steigern.

Klare Pluspunkte Dürens sind aus Sicht der Schüler unter anderem das Einkaufszentrum, der Dürener Wochenmarkt und die „grüne“ Lage der Stadt. Viele Stadtteile schneiden bei ihrer Bewertung deutlich besser ab als die Kerninnenstadt. Eine Aufgabe, die auch die Stadtentwickler erkannt haben, die das Wohnen in der Innenstadt attraktiver machen möchten.

„Mit der Erstellung des Masterplans wurde ein Prozess angestoßen, der noch mehrere Jahre andauert“, erklärt Marcus Steffens vom Amt für Stadtentwicklung. Schulen sollen auch künftig an diesem Prozess beteiligt werden. So suche die Stadt beispielsweise den Kontakt zu Klassen der Angela-Schule, um Kunstprojekte zu starten.

Eine weitere Idee, die aus den direkten Gesprächen mit Schülern entstand, ist die Nutzung eines alten Lagerhauses am sogenannten „Alten Gleis“ auf dem Dürener Bahnhofsgelände. Dort könnte beispielsweise ein Treffpunkt entstehen, bei dem Graffiti-Künstler ihre Kreativität ausleben können. Als „Hausaufgaben“ für das nächste Treffen gab Harald Heinz den Schülern folgende Frage mit auf den Weg: Welche Aktionen in Museen und Parks und auf Plätzen sind möglich und sinnvoll?

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