Stadtmuseum: Schätze, die noch auf ihren Auftritt warten

Von: Anne Wildermann
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Die zwei Glaspokale (oben links), das Sparkästchen der Kreissparkasse Düren und die Büste des gebürtigen Dürener Kunsthistorikers Victor Elbern (1918-2016) schlummern nach wie vor im Archiv des Stadtmuseums. Archivleiter Helmut Bongarz kümmert sich mit Museumsleiterin Anne Krings um „Neuankömmlinge“. Der Schokoladenautomat von 1905 gehört zu Krings‘ Lieblingsstücken. So ein Modell stand auch am Dürener Bahnhof, wo genau, ist allerdings nicht überliefert. Foto: asw, Tom Bursinsky
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Die zwei Glaspokale (oben links), das Sparkästchen der Kreissparkasse Düren und die Büste des gebürtigen Dürener Kunsthistorikers Victor Elbern (1918-2016) schlummern nach wie vor im Archiv des Stadtmuseums. Archivleiter Helmut Bongarz kümmert sich mit Museumsleiterin Anne Krings um „Neuankömmlinge“. Der Schokoladenautomat von 1905 gehört zu Krings‘ Lieblingsstücken. So ein Modell stand auch am Dürener Bahnhof, wo genau, ist allerdings nicht überliefert. Foto: asw (4), Tom Bursinsky (1).
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Die zwei Glaspokale (oben links), das Sparkästchen der Kreissparkasse Düren und die Büste des gebürtigen Dürener Kunsthistorikers Victor Elbern (1918-2016) schlummern nach wie vor im Archiv des Stadtmuseum. Archivarleiter Helmut Bongarz kümmert sich mit Museumsleiterin Anne Krings um „Neuankömmlinge“. Der Schokoladenautomat von 1905 gehört zu Krings Lieblingsstücken. So ein Modell stand auch am Dürener Bahnhof, wo genau ist allerdings nicht Foto: Wildermann (4) und Tom Bursinsky (1).
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Die zwei Glaspokale (oben links), das Sparkästchen der Kreissparkasse Düren und die Büste des gebürtigen Dürener Kunsthistorikers Victor Elbern (1918-2016) schlummern nach wie vor im Archiv des Stadtmuseum. Archivarleiter Helmut Bongarz kümmert sich mit Museumsleiterin Anne Krings um „Neuankömmlinge“. Der Schokoladenautomat von 1905 gehört zu Krings Lieblingsstücken. So ein Modell stand auch am Dürener Bahnhof, wo genau ist allerdings nicht Foto: Wildermann (4) und Tom Bursinsky (1).
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Die zwei Glaspokale (oben links), das Sparkästchen der Kreissparkasse Düren und die Büste des gebürtigen Dürener Kunsthistorikers Victor Elbern (1918-2016) schlummern nach wie vor im Archiv des Stadtmuseum. Archivarleiter Helmut Bongarz kümmert sich mit Museumsleiterin Anne Krings um „Neuankömmlinge“. Der Schokoladenautomat von 1905 gehört zu Krings Lieblingsstücken. So ein Modell stand auch am Dürener Bahnhof, wo genau ist allerdings nicht Foto: Wildermann (4) und Tom Bursinsky (1).

Düren. Helmut Bongarz (75) ist von wahren Schätzen umgeben. Sein Schreibtisch steht im Keller, um ihn herum zig Regale, die gefüllt sind, allerdings nicht mit irgendwelchem Plunder oder Kram. Bongarz leitet das Archiv des Dürener Stadtmuseums und kennt viele Geschichten und Anekdoten zu einzelnen Objekten und Dokumenten.

Insgesamt besitzt das Museum 25.000 Dokumente, darunter Tagebücher, Postkarten und behördliche Unterlagen und an die 5000 Objekte. Allerdings schafft es nicht jeder Gegenstand oder jedes historische Papier in den Glaskasten oder ins Archiv. „Es muss einen Bezug zu Düren geben“, betont Bongarz und holt ein Blatt Papier hervor, auf dem „Empfangsmeldung“ steht.

Dieses Papier füllen Personen aus, die dem Museum entweder etwas schenken oder etwas für eine bestimmte Ausstellung leihen wollen. Auch eine Dauerleihgabe ist möglich. „Der Unterschied zur Leihgabe ist, dass eine Dauerleihgabe de facto eine Schenkung ist. Allerdings lassen die Geber offen, ob vielleicht Erben oder Nachkommen Anspruch auf das Objekt im Nachhinein erheben“, erklärt Dr. Anne Krings (35), Leiterin des Museums.

Bei den handgefertigten und handgeschliffenen Glaspokalen von Jakob Albert aus dem frühen 20. Jahrhundert handelt es sich beispielsweise um eine Leihgabe seit 2015. Bongarz rückt die beiden Trinkgefäße auf dem Schreibtisch zurecht und weißt auf das größere hin, auf dem das Dürener Wappen eingeschliffen ist. „Jakob Albert scheint ein Vorfahre des Porzellan-Ladenbesitzers Albert an der Zehnthofstraße gewesen zu sein“, sagt Bongarz.

Die Qual der Wahl

Neben einem vermutlich großen monetären Wert, haben die Glaspokale auch einen historischen. Allerdings haben sie es bisher noch nicht in eine Ausstellung geschafft und blieben den Besuchern daher verborgen. Krings weiß, dass es vielen Museen so geht wie dem ihrigen. „Wir haben die Qual der Wahl. Was wir zeigen, ist immer eine kleine Auswahl von dem, was wir haben. Das liegt daran, dass wir nicht so viel Platz haben, alles auszustellen und oft passen die Objekte nicht zum Thema“, erklärt Krings.

Bis zu einem Jahr dauert es, eine Ausstellung vorzubereiten. Jeder Mitarbeiter des Museums hat einen Bereich und entscheidet selbst, welche Gegenstände oder Dokumente in die Vitrine kommen. „Passen sie thematisch? Gibt es genug Platz im Schaukasten? Muss es ein Quer- oder ein Hochformat sein?“, zählt Anne Krings die Kriterien auf, die beachtet werden müssen.

Damit die unbekannten Schätze aus dem Archiv doch noch ihren Auftritt bekommen, stellen die Mitarbeiter entweder auf der Museums-Homepage oder bei Facebook einmal pro Monat ein anderes Fotos eines Objektes online, das nichts mit der Ausstellung zu hat. „Wir bieten nicht nur unseren Schätzen damit eine Plattform, sondern versuchen auch Leute zu animieren, bei sich zu Hause mal nachzuschauen, ob das Eine oder das Andere nicht ins Museum passt“, sagt Bongarz.

Ein verborgenes Lieblingsobjekt oder gleich mehrere hat der Archivar nicht. Es seien einfach zu viele, sagt er und lacht. Krings hingegen hat einen Favoriten: einen Schokoladenautomaten von 1905. Solch ein Modell soll auch am Dürener Bahnhof gestanden haben, wo genau, ist allerdings nicht bekannt. Heute wäre der Automat viel zu schade, um ihn dort hinzustellen.

Manchmal kommen historische Gegenstände, die aus Düren stammen, sogar vom anderen Teil der Welt: Australien. Einen aufklappbaren Taschenspiegel aus den 30er Jahren mit der Gravur eines Ladennamens aus Düren haben die Nachfahren entdeckt und dem Museum zugeschickt.

„Es ist erstaunlich, auf welchem Wege die Dinge zu uns kommen. Auch wenn der Spiegel kein großer historischer Fund ist, ist seine Geschichte sehr bemerkenswert“, sagt Krings. Vielleicht landen der Spiegel sowie andere archivierte Objekte und Dokumente eines Tages in einer Vitrine und geben den Besuchern ihre Geschichte preis.

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