Stadtmuseum: Dürener Politik zum Kauf bereit

Von: Burkhard Giesen
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Die Stadt Düren könnte das Stadtmuseum von der Sparkasse kaufen – trotz hoher Sanierungskosten.

Düren. Im Dürener Stadtrat zeichnet sich eine breite Mehrheit für den Ankauf der Sparkassen-Immobilie an der Arnoldsweilerstraße ab, in der das Stadtmuseum untergebracht ist – trotz von der Stadt berechneter hoher Sanierungskosten.

Auslöser für die Diskussion um den Ankauf der Immobilie war das Finanzamt. Das hatte moniert, dass die Sparkasse das Gebäude unter Wert vermieten würde und gleichzeitig den Mieter auch noch bezuschusse. Die Lösung: Kauft die Stadt der Sparkasse die Immobilie ab, ist das Problem mit dem Finanzamt gelöst und die Sparkasse eine schwer verkäufliche Immobilie los, während auf der anderen Seite der Förderverein des Stadtmuseums langfristige Planungssicherheit erhalten könnte.

Und weil die Immobilie nur einen Wert von rund 80.000 Euro hat, klingt der Deal zunächst auch relativ unproblematisch. Haken an der Sache: Die von Helmut Harperscheidt, Leiter des städtischen Amtes für Gebäudemanagement, ermittelten Sanierungskosten in Höhe von etwa 550.000 Euro.

Hinzu kämen noch Kosten für einen Umbau. Der Betonbau ist auf seine Nutzung als Sparkassenfiliale ausgelegt; so sind beispielsweise aus Sicherheitsgründen Fenster nicht zu öffnen. Auch die Raumaufteilung müsste für die Bedürfnisse eines Museums dauerhaft geändert werden.

Parallel dazu hat der Förderverein Stadtmuseum einen Antrag auf Bezuschussung von Sach- und Personalkosten zum Betrieb des Museums in Höhe von 125.000 Euro gestellt. Rechnet man diese Summen zusammen, könnte man auch ohne den notwendigen Umbau in der Theorie schnell bei einer Summe von 750.000 Euro liegen.

Die Praxis wird von der Politik allerdings deutlich anders gewertet. Kulturausschussvorsitzende Verena Schloemer: „Wir haben keine andere Möglichkeit, als das Stadtmuseum an diesem Standort zu erhalten. Einen anderen Standort in der Peripherie lehnen wir strikt ab.“ Schloemer geht davon aus, dass die Stadt zunächst nur die Kosten für den Ankauf finanzieren muss. Die Summe ist im Übrigen im Haushalt für 2016 bereits vorgesehen.

„Die Zahlen der ermittelten Sanierungskosten wollen wir uns genau ansehen. Zum einen glaube ich nicht, dass jeder Sanierungsschritt wirklich notwendig ist, zum anderen ließen sich diese Kosten auch strecken. Das Gebäude wird auch nicht zusammenfallen, wenn es erst 2017 saniert würde.“

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Henner Schmidt vermutet, dass die Sanierung günstiger zu haben sein wird. Schmidt: „Wir müssen alles dafür tun, dass das Stadtmuseum erhalten und arbeitsfähig bleibt.“

Den Vorschlag, dem Förderverein Räume in der Hauptschule Gürzenich anzubieten, lehne er ab: „Das ist für uns kein Thema.“ Sein Fazit: „Mir wäre zwar die Fortführung der Mietlösung lieber gewesen, aber wenn nur mit dem Ankauf des Gebäudes das Stadtmuseum zu retten ist, dann sind wir dazu bereit.“

„Wenn es darum geht, das Stadtmuseum zu sichern und eine langfristige Perspektive zu eröffnen, stehen wir dem sehr offen gegenüber“, versichert auch CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Weschke, der ebenfalls davon ausgeht, dass Sanierung und Umbau über einen längeren Zeitraum gestreckt werden könnten. Er setzt in diesem Zusammenhang aber auch auf Sponsoren und bürgerschaftliches Engagement, um den Kostenrahmen zu reduzieren.

Eine breite Mehrheit für den Fortbestand des Museums wäre damit gesichert. Beim beantragten Zuschuss zu den Personal- und Sachkosten könnte eine Lösung aber schwieriger sein. „Das wäre schon ein großer Schluck aus der Pulle“, so Henner Schmidt, der die beantragte Summer von 125.000 Euro eher als Diskussionsbeitrag versteht. „Wir werden aber auch hier in Gesprächen mit den Mitgliedern des Fördervereins zu einer Lösung kommen.“

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